DIE ERSTE VERWARNUNG


Aufgrund einer Denunziation Galileis wurden den Sachverständigen des Hl. Offiziums am 19. Februar 1616 folgende Sätze zur Begutachtung vorgelegt.
1. Die Sonne ist das Zentrum der Welt und infolge dessen ohne örtliche Bewegung. 
2. Die Erde ist nicht das Zentrum der Welt und nicht beweglich, sondern bewegt sich auch in täglicher Umdrehung um sich selbst. 
(Karl v. Gebler: Galileo Galilei und die Römische Curie; Cotta'sche Buchhandlung, Bd.I, 1876, S.95)

Schon am 24. Februar 1616 konnten die Sachverständigen erklären (5. März 1616, s.Brecht, Galilei, S. 64ff.)
 

Alle erklären den ersten Satz für philosophisch töricht und für formell ketzerisch, da dieser ausdrücklich den Sätzen der heiligen Schrift an vielen Stellen nach dem eigentlichen Wortsinn wie auch nach allgemeiner Auslegung und Auffassung der heiligen Väter und gelehrten Theologen widerspreche. Zum zweiten Satz sagten allen dass er philosophisch demselben Tadel unterliege und bezüglich der theologischen Wahrheit zumindest irrig im Glauben sei. 
(Karl v. Gebeler, Galileo Galilei und die Römische Curie,a.a.O., Bd.II, 1877,S.47f.)