Aufgabenstellung
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Fassen Sie die Aussagen Leonces und Valerios zusammen und zeigen Sie auf,
dass ihre Bedeutung über diejenige eines „normalen“ Komödienschlusses
hinausreicht!
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(Schluss)
LEONCE zu den Anwesenden:
Meine Herren! Meine Gemahlin und ich bedauern unendlich, dass Sie uns
heute so lange zu Diensten gestanden sind. Ihre Stellung ist so traurig,
dass wir um keinen Preis Ihre Standhaftigkeit länger auf die Probe
stellen möchten. Gehn Sie jetzt nach Hause, aber vergessen Sie Ihre
Reden, Predigten und Verse nicht, denn morgen fangen wir in aller Ruhe
und Gemütlichkeit den Spaß noch einmal von vorne an. Auf Wiedersehn!
Alle entfernen sich, Leonce, Lena, Valerio und die Gouvernante ausgenommen.
LEONCE:
Nun, Lena, siehst du jetzt, wie wir die Taschen voll haben, voll Puppen
und Spielzeug? Was wollen wir damit anfangen? Wollen wir ihnen Schnurrbärte
machen und ihnen Säbel anhängen? Oder wollen wir ihnen Fräcke
anziehen und sie infusorische Politik und Diplomatie treiben lassen und
uns mit dem Mikroskop daneben setzen? Oder hast du Verlangen nach einer
Drehorgel, auf der die milchweißen ästhetischen Spitzmäuse
herumhuschen? Wollen wir ein Theater bauen? Lena lehnt sich an ihn und
schüttelt den Kopf. Aber ich weiß besser, was du willst: wir
lassen alle Uhren zerschlagen, alle Kalender verbieten und zählen
Stunden und Monden nur nach der Blumenuhr, nur nach Blüte und Frucht.
Und dann umstellen wir das Ländchen mit Brennspiegeln, dass es keinen
Winter mehr gibt und wir uns im Sommer bis Ischia und Capri hinaufdestillieren
und das ganze Jahr zwischen Rosen und Veilchen, zwischen Orangen und Lorbeer
stecken.
VALERIO:
Und ich werde Staatsminister, und es wird ein Dekret erlassen, dass,
wer sich Schwielen in die Hände schafft, unter Kuratel gestellt; dass,
wer sich krank arbeitet, kriminalistisch strafbar ist; dass jeder, der
sich rühmt, sein Brot im Schweiße seines Angesichts zu essen,
für verrückt und der menschlichen Gesellschaft gefährlich
erklärt wird; und dann legen wir uns in den Schatten und bitten Gott
um Makkaroni, Melonen und Feigen, um musikalische Kehlen, klassische Leiber
und eine kommode Religion!
[Georg Büchner: Leonce und Lena, Stuttgart
(Klett Pegasus)1999, S. 36f.]
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