Fachbereich Deutsch
Drama

Georg Büchner
Leonce und Lena

Hinweise zu den Personen
Lena 

Die weibliche Hauptfigur Lena bleibt ein wenig blass und in ihren Eigenschaften unbestimmt. Man erlebt sie in Szene I,4 als Leidende, die sich gegen die Vergewaltigung einer aufgezwungenen Ehe zur Wehr setzt. „[...] warum schlägt man einen Nagel durch zwei Hände, die sich nicht suchten?". Sie lebt naturhaft und unbewusst, bis sie plötzlich vor dem Zwang steht zu heiraten. Büchner macht diese Situation ganz knapp in ihren einleitenden Worten klar:
 „Ich dachte die Zeit an nichts. Es ging so hin, und auf einmal richtet sich der Tag vor mir auf. Ich habe den Kranz im Haar -"
Ihr Fühlen mit der Natur treibt sie aus dem Zimmer in den Garten. Sie ist pflanzengleich, „[...] du weißt, man hätte mich eigentlich in eine Scherbe setzen sollen. Ich brauche Tau und Nachtluft wie die Blumen".
Ihr Hochzeitsschmuck ist Rosmarin, der zugleich als Brautkranz und als Totenkranz verwendet wird.
Sie möchte lieber tot sein und in der Natur „aufgehen [...] ich wollte, der Rasen wüchse so über mich und die Bienen summten über mir hin". Die mangelnde Selbstbestimmung über ihr eigenes Schicksal beklagt sie mit eindrucksvollen Metaphern: Sie ist die Quelle, die jedes Bild widerspiegeln muss, sie als Königstochter hat weniger Rechte als die Blumen, die sich öffnen und schließen, wie sie wollen. Sie leidet, solange sie unter dem Druck der erzwungenen Heirat steht Die Gouvernante nennt sie ein „wahres Opferlamm". Die Welt deutet sie mit Motiven der biblischen Leidensgeschichte:
Jawohl, und der Priester hebt schon das Messer,- Mein Gott, mein Gott, ist denn wahr, dass wir uns selbst erlösen müssen mit unserm Schmerz? Ist es denn wahr, die Welt sei ein gekreuzigter Heiland, die Sonne seine Dornenkrone, und die Sterne die Nägel und Speere in seinen Füßen und Lenden?“;
Danach, auf der Flucht, findet sie die Welt „schön und so weit, so unendlich weit". 

Lena_did.doc

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