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Fast allen Zeitzeugen ist vor allem eine Eigenschaft Goethes
aufgefallen, die Jean Paul so präzisiert:
Goethe sei der Montblnac unserer Literatur, denn "keinen
frostigeren Gesellen gibt es auf Gottes Erdboden".
Sein Herz sei von einer "Eiskruste umgeben",
von einer Kälte, in der er seine ungeliebten Mitmenschen einfrieren
könne. Er schreibt an den Schriftstellerkollegen Georg
Chrristian Otto (1763-1828) am 18. Juli 1796
als Ergänzung zu Schiller vom
2. Februar 1789 an Gottfried
Körner:
FRIEDRICH VON SCHILLER 2. Februar 1789 [er]macht seine Existenz wohltätig kund, aber nur wie ein Gott,ohne sich selbst zu geben - dies scheint mir eine konsequente und planmäßige Handlungsart, die ganz auf den höchsten Genuss der Eigenliebe kalkuliert ist. [...]ich betrachte ihn wie eine stolze Prüde, der man ein Kind machen musss, um sie vor der Welt zu demütigen. [......]
JEAN PAUL 18. Juli 1796
[...] kam ich mit Scheu zu Goethe. Die Ostheim [Charlotte von Kalb] und jeder malte ihn ganz kalt für alle Menschen und Sachen auf der Erde - bloß Kunstsachen wärmen noch seine Herznerven an (daher ich Knebel bat, mich vorher durch einen Mineralbrunnen zu petrifizieren und zu inkrustieren, damit ich mich ihm etwan im vorteilhaften Licht einer Statue zeigen könnte. [...] eine Kühle und Angst presset die Brust - [...] Endlich tritt der Gott her, kalt einsilbig, [...]
Kleßmann Eckart, Goethe aus der Nähe Frankfurt / Leipzig 1997, S. 71f.
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[ Die Bearbeitung basiert auf:
Tilman Jens, Goethe und seine Opfer. Eine Schmähschrift,
Düsseldorf (Patmos ) 1999
sowie
Kleßmann, Eckart, Goethe aus der Nähe. Berichte von Zeitgenossen,
Frankfurt /M und Leipzig (insel taschebuch 1800) 1997] |