| Jena, die Universitätsstadt
des Herzogtums Sachesen - Weimar - Eisenach
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Jena war, wie Weimar für die Literatur, in diesem Jahrzehnt die Hauptstadt
des "philosophischen Zeitalters". Die berühmten Philosophen des deutsche
Idealismus entfalteten ihre Lehrtätigkeit. Johann
Gottlieb Fichte begeisterte die Studenten
in den Jahren zwischen 1794 und 1799
(über seine Tätigkeit), Friedrich
Wilhelm Schelling war von Goethe nach Jena geholt worden und unterrichtete
von 1798 bis 1803. Georg Friedrich Hegel lehrte
von 1801 bis 1806 und vollendete seine "Philosophie
des Geistes", als die Schlacht von Jena und Auerstedt im Oktober
1806 tobte.
Der Geschichtsphilosophie hatte sich vor allem auch Friedrich von Schiller zugewandt ("Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande" // Goethe und Jena). Dieser brach allerdings 1789, da er die großzügige Gastfreundschaft Körners nicht länger in Anspruch nehmen wollte, nach Weimar auf. Für ihn führte das Zusammentreffen mit Goethe die Rückkehr zur dichterischen Arbeit herbei. 1794 trafen sich beide in Jena nach dem Besuch einer Sitzung der Naturforschenden Gesellschaft. In einem anregenden Gespräch erklärte Goethe Schiller die Idee der Metamorphose der Pflanze. Schillers Geburtstagsbrief vom 23. August 1794 eröffnete dann einen der gehaltvollsten Briefwechsel der deutschen Literatur und es kam zu einer der fruchtbarsten literarischen Freundschaften, denn die Werbung des Jüngeren um die Gunst des Älteren war erfolgreich. Schiller bemühte sich um Goethes Mitarbeit an seiner Zeitschrift "Die Horen" (1795/97), die dann das publizistische Organ der Weimarer Klassik wurden. In Jena bahnte sich währenddessen eine neue Literatur - Epoche an. Die Göttinger Professorentochter Caroline Michaelis hatte um sich einen Kreis junger Autoren gebildet, die später die Jenaer Romantiker genannt wurden. Das bewegte Leben der Professorentochter gab den Zeitgenossen reichlich Anlass zur Kritik: sie war in erster Ehe mit dem Arzt Johann Franz Wilhelm vermählt, heiratete nach seinem Tod 1788 und enger Freundschaft mit Friedrich Schlegel jedoch 1796 dessen Bruder August Wilhelm und ging nach der Trennung von ihm 1803 ihre dritte Ehe mit dem Philosophen F. W. Schelling ein. Der Künstler- und Gelehrtenzirkel in Jena, dem außer den beiden Initiatoren August Wilhelm und Friedrich Schlegel die Dichter Novalis, Ludwig Tieck und Clemens Brentano, die Philosophen Fichte und Schelling angehörten, darf mit seinen Gesprächskreisen, den literarischen wie philosophischen Publikationen und den programmatischen Texten ("Athenäum") als die eigentliche Wiege der romantischen Bewegung gelten. Wie deutlich man sich von den Weimarer Dioskuren absetzte zeigt die hämische Äußerung der Caroline Schlegel, der Kreis sei bei der Lektüre von Schillers "Lied von der Glocke" vor Lachen "fast von den Stühlen" gefallen. |