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Goethes Frauen
Buff,
Charlotte Sophie Henriette
(1753 - 1828)
Die zweite Tochter unter 16 Kindern des Deutsch- Ordens- Amtmanns Heinrich
Adam Buff in Wetzlar wurde durch die Begegnung
mit dem Praktikanten am Reichskammergericht, Johann
Wolfgang Goethe, zum Urbild der "Lotte" im ersten Bestseller der Epoche
der Empfindsamkeit und einem der bis heute bekanntesten Werke der deutschen
Literatur überhaupt: "Die Leiden des
jungen Werthers" (so der Titel der Erstausgabe bei Weygand in Leipzig,
später hieß es durchgängig "...des jungen Werther").
Als der junge Goethe sich 1772 in die
19jährige Charlotte verliebte, war sie bereits vier Jahre mit dem
hannoverschen Legationssekretär Johann Christian
Kestner verlobt.
Ein gemeinsames sommerliches Ballerlebnis
in Volpertshausen nahe Wetzlar hatte Goethe
durch Lottes natürlichen Liebreiz, ihre fröhliche Laune, lebhafte
Empfindung und häuslich - praktische Tüchtigkeit wie durch die
Ausgewogenheit ihres Charakters bald völlig „eingesponnen
und gefesselt" (Dichtung u. Wahrheit III,
12 [s. auch]).
Diese unerfüllte, nicht ausgelebte Leidenschaft für eine
junge Frau wurde im "Werther" gestaltet,
so wie er seine Neigung für Friederike
Brion zuvor nach einem Roman von Oliver Goldsmith
stilisierte. Bereits 1770, also zwei Jahre vor seiner Begegnung mit Charlotte
Buff, plante Goethe einen Briefroman. Als Vorbild für den Selbstmord
im "Werther" diente (weil der Dichter nicht im Entferntesten einen solchen
erwogen hatte) der Freitod des unglücklich in eine verheiratete Frau
verliebten Legationssekretärs Carl
Wilhelm Jerusalem (1747 -1772), von dem Goethe erst zwei
Jahre nach seinem Weggang von Wetzlar erfuhr.
Im Jahre 1816 besuchte Charlotte Kestner
Goethe in Weimar; die daraus resultierenden Begegnungen verliefen durchweg
förmlich und steif, wohl auch infolge Goethes damaliger Krankheit.
Für Thomas Mann bot Charlottes Versuch
einer Reise in die Vergangenheit ausreichend Stoff für den Roman "Lotte
in Weimar", |