Goethes Frauen
Herzlieb, Christiane Friederike Wilhelmine 
gen. Minna oder Minchen
(1789 - 1865)

Goethe, um die Neigung zu einer Muse niemals verlegen, lernte die Pflegetochter des Jenaer Buchhändlers Karl Friedrich Ernst Frommann bereits in deren Kinderjahren kennen. Als Wilhelmine (oder: Minchen) 18 Jahre alt war, ließ Goethe Empfindungen für sie erkennen, die er selber "für mehr als billig" hielt, wie er seiner Ehefrau Christiane freimütig gestand. Minchen aber war dies vermutlich kaum bewusst, wurde sie doch gleichzeitig von jüngeren Männern wegen ihrer auffallenden Schönheit umschwärmt, so von  dem Lyriker Zacharias Werner und dem Philologen Friedrich Wilhelm Riemer.
Unvermeidliche Fehlschlüsse früherer Goetheforscher aus einigen Minchen gewidmeten Sonetten führten zu der Annahme einer leidenschaftlichen Liebestragödie zwischen Dichter und Pflegetochter. Wahr ist, dass die Ottilie in den "Wahlverwandtschaften" gewisse Züge von Minchen trägt.