Ölgemälde von Georg Melchior
Kraus
Kopie des Gemäldes von J.F.H. Tischbein
. |
Herzog
Karl August von Sachsen - Weimar - Eisenach
(3.09.1757 - 14.06.1828 )
[ Bild ]
Als er noch nicht mal zwei Jahre alt war, starb sein Vater, damals gerade
20 - jährig. Seine Mutter, die Herzogin Anna
Amalia führte, selber erst 18 Jahre alt, die Regentschaft
des Herzogtums. So lebte er bis 1772 - er ist 15 Jahre alt - unter der
Regentschaft seiner Mutter. Diese holte zu seiner Erziehung den damals
schon bekannten Gelehrten und Dichter Christoph
Martin Wieland nach Weimar. Er erzog
ihn in humanistischem Sinne. In seiner späteren sozialstaatlichen
Auffassung, in der Reformierung des Schul--, Kirchen- und Rechtswesens
und in der Gewährung der ersten landständischen Verfassung (1816)
fand diese seinen Niederschlag.
Weimar und Jena
- mit der Universität - machte der Herzog
- zusammen mit
Herder, Schiller
u.a - zum Mittelpunkt des damaligen deutschen Geisteslebens.
Carl August, umsichtig und in aufklärerischem Geiste von Christoph
Martin Wieland und Karl Ludwig von Knebel
erzogen, begegnete Goethe erstmals
im Dezember 1774 in Frankfurt
am Main. Im Spätherbst des folgenden Jahres gelang es ihm, den acht
Jahre älteren, bereits weithin berühmten Dichter des "Götz"
und "Werther" zur Umsiedlung an seinen Hof
nach Weimar zu bewegen. Goethe entschied sich dazu im Übrigen gegen
den ausdrücklichen Wunsch seines Vaters.
Zwischen Carl August und Goethe entwickelte sich rasch eine
intime, von uneingeschränktem Vertrauen beider Seiten getragene Freundschaft,
die über mehr als ein halbes Jahrhundert dauerte. In ihren "Geniejahren"
suchte der etwas ältere Goethe -nicht immer erfolgreich [s. Anekdote
]- mäßigend auf Carl Augusts Ungestüm einzuwirken. In ihren
Interessen einander entgegengesetzt - der eine leidenschaftlicher Jäger
und Frauenheld, der andere Dichter und Naturforscher - verstanden sie es
doch, sich behtusam und zum beiderseitigen Vorteil zu ergänzen.
Goethe begleitete den hochbegabten, freilich gemäßigt ehrgeizigen
Großneffen Friedrichs II. von Preußen
auf verschiedenen Reisen, so in die Schweiz,
nach Berlin, Schlesien
und vor allem nach Frankreich ("Campagne in
Frankreich", 1792). Einige Gelegenheitsgedichte zeugen von Goethes tief
empfundener Dankbarkeit und Freundschaft zu seinem fürstlichen Gefährten
(etwa "Ilmenau"). Zum 50jährigen Regierungsjubiläum
Carl Augusts verfasste Goethe das freimaurerisch inspirierte Logengedicht
"Lasst fahren hin..."
Eine umfangreiche Korrespondenz der beiden Männer zeugt
von ihrer Freundschaft und geistigen Nähe, trotz unterschiedlichster
Neigungen und Begabungen.
Der liberale, vielseitig begabte und beliebte Herzog schloss sich als
Mitbegründer des Fürstenbundes Preußen an, kämpfte
in den Koalitionskriegen gegen Frankreich und wurde 1806 als General Mitglied
des Rheinbundes. Zar Alexander I. übertrug
Karl August 1813 den Oberbefehl über ein russisches Korps in den Freiheitskriegen.
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