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Goethes Frauen
Klettenberg, Susanna Catharina
(* 19. Dez. 1723 zu Frankfurt a. M.; + 16. Dez. 1774) [
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Stiftsdame im St. Katharinen- oder Weißfrauenkloster und trat
in engen Verkehr mit verschiedenen Pietistinnen sowie mit dem derselben
Richtung angehörigen Darmstädter Regierungspräsidenten Friedr.
K. v. Moser (gest. 1798) und dem Frankfurter Arzt G.
W. Müller, der sie und die Mutter Goethes sowie diesen
selbst zum Studium alchimistischer Werke veranlasste. Durch Goethe wurde
sie auch mit Lavater bekannt.
Nachdem Goethe krank und missgelaunt
von seiner dreijährigen leipziger Studentenzeit
ins väterliche Haus nach Frankfurt zurückgekehrt
war, wurde die gleichfalls kränkelnde, mit seiner Mutter verwandte
und eng befreundete Susanna Catharina Klettenberg zu einer für seinen
Geschmack ungewöhnlichen Vertrauten.
Goethe freute sich an ihrer grenzenlosen Toleranz, tiefinnigen
und naiv - aufrichtigen Religiosität. Überdies teilten
sie ein lebhaftes Interesse an alchimistischen Experimenten. Wie
sonst kaum je in seinem Leben übte die sanfte Susanna religiösen
Einfluss auf ihn aus. In den "Bekenntnissen einer
schönen Seele" (Wilhelm Meisters Lehrjahre VI) und in der Gestalt
der Makarie in "Wilhelm
Meisters Wanderjahren" hat Goethe ihr ein bleibendes literarisches
Denkmal gesetzt.
Mehrere geistliche Lieder und religiöse Auffätze von ihr
finden sich in Lappenbergs "Reliquien des Fräuleins S. K. v. K." (Hamb.
1849). Vgl. "Philemon, oder von der christ-lichen Freundschaft", Aufzeichnungen
des Fräuleins v. K. und ihres Freundeskreises (hrsg. von F. Delitzsch,
3. Aufl., Gotba 1877). |