Zeitgenossen Goethes
Johann Kaspar Lavater 
(1741 - 1801)
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Der schweizer Theologe, Philosoph und Literat wurde am 15. Nov. 1741 in Zürich geboren. Als Theologiestudent unternahm er 1763/64 eine Reise durch Deutschland, auf der er u.a mit Moses Mendelssohn und Klopstock zusammentraf. 
Als Pfarrer in Zürich (ab 1775) stand er in Kontakt mit Herder, Goethe und Hamann. Er wirkte auf die Bewegung des Sturm und Drang, dessen Geniebegriff und Dichterbild zwanglos mit seinen pietistischen Vorstellungen eines unmittelbaren Verhältnisses des Menschen zu Gott korrespondierte.
Noch bevor Goethe den Zürcher Theologen und Physiognomisten in Person kennenlernte, entspann sich zwischen ihnen ein Briefwechsel über religiöse Fragen, wie er schon wenige Jahre darauf nicht mehr vorstellbar gewesen wäre. Eine "Geniereise" an den Rhein, in Begleitung des Begründers des Dessauer Philantropinums, Basedow  und des Zeichners G.F. Schmoll  (Goethe: "Prophete links, Prophete rechts, das Weltkind in der mitten") bildete bereits den Höhepunkt ihrer von Beginn gefährdeten Freundschaft. 
Beispielsweise fühlte sich Goethe schon bald durch Lavaters aufdringlichen Marienkult und eine allzu schwärmerische Begeisterung für das Christentum angewidert. Dagegen zeigte er stärkstes Interesse an Lavaters epochemachenden "Physiognomischen Fragmenten zur Beförderung der Menschenkenntnis und der Menschenliebe". Auch sie aber lehnte Goethe schon bald als unwissenschaftlich ab, vornehmlich aber missfiel ihm Lavaters angemaßtes Prophetentum und sein Dilettantismus. Gleichwohl ist der Briefwechsel Goethe / Lavater noch heute lesbar und Dokument einer vielleicht verwirrenden, doch für jene gefühlsselige Zeit höchst charakteristischen Männerbeziehung. 
Lavater schuf religiöse Epen, patriotische Lieder ( "Schweizerlieder" ,1767) sowei zahlreiche Erbauungsbücher. Sehr populär waren seine Versuche, von den Körperformen auf den Charakter des Menschen zu schließen ( "Von der Physiognomik", 1772)