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Zeitgenossen Goethes
Lenz, Jakob Michael Reinhold
(1751 - 1792)
Theologe aus Königsberg, enger Jugendfreund Goethes und
tiefunglücklicher Mensch, von zwiespältiger Veranlagung und schwankendem
Charakter. Einer der jungen Dichter des "Sturm
und Drang", ohne eigentlich schöpferischen Schwung, doch
hochbegabt und durch einige Theaterstücke heute noch bekannt und auf
deutschen Bühnen gespielt, etwa "Hofmeister".
Ein verschollenes Manuskript soll Näheres zum Thema "Meine Ehe
mit Goethe" enthalten haben, wie sich Lenz überhaupt als ein Äquivalent
zum Dichter des "Werther" empfand. Eine nicht
mehr aufzuklärende "Eselei" - möglicherweise ein Pamphlet auf
die Weimarer Verhältnisse mit indiskreten Andeutungen über gewisse
Personen - machte ihn bei Hofe unbeliebt, so dass er das Fürstentum
unter unrühmlichen Umständen verlassen musste.
Lenz wandte sich, tief enttäuscht nach Osten, nach Riga,
St. Petersburg und wurde schließlich von seinen Verwandten
nach Moskau abgeschoben, wo er zuletzt in
jämmerlichen Verhältnissen lebend, dem Wahnsinn verfallen,
am 24. Mai 1792 starb. Vor allem Goethes
herabsetzende Kritik des Schriftstellers und Menschen Lenz hat
zu dessen Vernachlässigung durch die deutsche Literaturgeschichte
geführt.
[ Ausführliche Biographie ]
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