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Zeitgenossen Goethes
Friedrich von Schiller
Leben und Werk
Schiller, [Johann Christoph] Friedrich von (seit 1802),
* Marbach am Neckar 10.11.1759, + Weimar 9.5.1805,
Schiller, Sohn des Militärarztes Johann Caspar Schiller (* 1723,
+ 1796) musste auf Befehl des Herzogs Karl Eugen ab
1773 die Militärakademie
(Karlsschule) besuchen, studierte die Rechte, seit 1775 Medizin; trat 1780
den Dienst als Regimentsmedikus in Stuttgart
an.
1777-80 verfasste Schiller sein Erstlingsdrama
"Die Räuber" (gedr. 1781); der einzigartige
Erfolg bei der Uraufführung in Mannheim am 13.1.1782 führte zum
Konflikt mit seinem Landesherrn Karl Eugen (Schiller war u.a. ohne Urlaub
zur Uraufführung gefahren), der ihm neben einer Arreststrafe unter
Androhung von Festungshaft Schreibverbot erteilte;
im September 1782 gelang die Flucht mit dem Freund und Musiker Andreas
Streicher nach Oggersheim (Ludwigshafen),
wo Schiller das Trauerspiel "Die Verschwörung
des Fiesko zu Genua" vollendete.
Von Nov. 1782 bis Juli 1783 Aufenthalt
bei Henriette von Wolzogen in Bauerbach (Thüringen);
hier arbeitete er u.a. an dem bürgerlichen Trauerspiel "Luise Millerin",
das 1784 unter dem von W.A. Iffland umbenannten Titel "Kabale
und Liebe" (UA 13.4.1784 in Frankfurt) erschien;
1783/84 arbeitet
er als erfolgloser Theaterdichter am
Mannheimer
Theater; vergeblich suchte er durch Gründung einer Zeitschrift
("Rheinische Thalia") seine wirtschaftliche
Lage zu verbessern;
im April 1785 besucht er auf Anregung
von Christian Gottfried Körner (* 1756, + 1831) und anderen sächsischen
Freunden Besuch Leipzig.
Er folgte Körner noch im gleichen Jahr nach Dresden.
Im Drama "Don Karlos" (1787) spiegelt sich der Übergang zur klassischen
Schaffensperiode.
Auf Einladung besuchte Schiller 1787 Weimar,
wo ihn Herder, Wieland
und der Kreis um die Herzoginmutter Anna Amalia
offen aufnahmen. Mit der "Geschichte des Abfalls
der vereinigten Niederlande" (1788) und der "Geschichte
des Dreißigjährigen Krieges" (1791-93) trat er als Geschichtsschreiber
hervor.
Zwischen 1789 und 1791 lehrte er auf Vermittlung
Goethes als unbesoldeter Professor der Geschichte und Philosophie in Jena
(Antrittsvorlesung "Was heißt und zu welchem
Ende studiert man Universalgeschichte?");
1790 heiratete er Charlotte von Lengefeld
(* 1766, + 1826).
1791 ermöglichte ein dreijähriges
dänisches Stipendium philosophische Arbeiten ("Über
Anmuth und Würde", 1793).
Im Juli 1794 führte eine kontrovers
geführte Auseinandersetzung über die von Goethe naturwissenschaftlich
begründete "Urpflanze" zur Annäherung
zwischen Goethe und Schiller; es begann ein intensiver geistiger
Austausch (u.a. Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe), der zu einer
einzigartigen, für die Entwicklung der modernen deutschen und europäischen
Literatur entscheidenden produktiven Zusammenarbeit zweier gegensätzlicher
Geister führte.
1795-97 gab Schiller die "Horen",
die bedeutendste Zeitschrift der Klassikerzeit heraus. Parallel zu seinen
ästhetischen Schriften ("Briefe über die
ästhetische Erziehung des Menschen", 1795, "Über
naive und sentimentalische Dichtung", 1795/96), die Wesen und Wirkung
des "Schönen" und dessen Zusammenhang mit dem "Guten" reflektieren,
entstanden die philosophischen Gedichte "Das Ideal
und das Leben" und "Der Spaziergang".
Mit Goethe schrieb er die Xenien; die Gemeinsamkeit
des Schaffens setzte sich im "Balladenjahr"1797
fort ("Der Taucher", "Die Kraniche des Ibykus";
1798: "Der Kampf mit dem Drachen", "Die Bürgschaft";
1799: "Das Lied von der Glocke").
1799 Umzug
nach Weimar.
Nach dem Abschluss seiner vieljährigen Arbeit am Wallenstein-Stoff
(dramatische Trilogie: "Wallensteins Lager",
UA 12.10.1798; "Die Piccolomini", UA 30.1.1799;
"Wallensteins Tod", UA 20.4.1799) vollendete
der bereits schwerkranke Schiller nahezu jährlich ein neues Drama:
"Maria Stuart" (1800), "Die
Jungfrau von Orléans" (1801), "Die
Braut von Messina" (1803), "Wilhelm Tell"
(1804). Daneben übersetzte er u.a. Shakespeares "Macbeth" (1801) und
Racines "Phädra" (1805). Unvollendet blieb sein "Demetrius"
(hg. 1815).
In Schillers sogenanntem Ideendrama wird die moralische Freiheit
zum großen Thema; eine Freiheit, die den Menschen, der an ihr festhält,
noch im Untergang siegen lässt; entsprechend lebt sein lyrisches Werk
(wie auch die Erzählung "Verbrecher aus Infamie", 1786, 1792 unter
dem Titel "Der Verbrecher aus verlorener Ehre")
von der Idee der Teilhabe des Menschen an einer idealen Ethik.
In Auseinandersetzung mit den Schriften I. Kants, die eine entscheidende
Wende in Schillers theoretischem Denken bewirkten, hielt Schiller eine
Vereinigung von Pflicht und Neigung für möglich.
5 Jahre nach seinem Tod begann Ch.G. Körner
1810 mit den Vorbereitungen zur ersten Gesamtausgabe seiner Werke (12 Bde.,
1812-15).
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