Goethes Frauen

Annette Käthchen Schönkopf,
undatierter Stahlstich von
A. Hüssener nach einer 
zeitgenössischen Miniatur

Anna Katharina Schönkopf 
(* 1746, † 1810)

Anna Katharina Schönkopf (von Goethe "Käthchen" und "Annette" genannt) war die Tochter des Zinngießers Christian Gottlieb Schönkopf. In der Familie ahm der junge Johann Wolfgang Goethe während seiner Leipziger Studienzeit den Mittagstisch. 
Dort lernt er 1766 die Tochter Anna Katharina kennen und verliebt sich heftig in sie. Sie wurde als jung, hübsch, munter, liebevoll bezeichnet und hatte deshalb auch mehrere Verehrer. Goethe benahm sich, nach Aussagen seiners älteren Freundes Behrisch, hinsichtlich der Beziehung recht stutzerhaft und empfindlich. Da sie drei Jahre älter als Goethe und vermutlich schon um einiges reifer war, scheint sie anfangs eher reserviert und zurückhaltend reagiert zu haben. Darüber hinaus war ihr wohl klar, dass eine Beziehung zwischen einem Patriziersohn und der Tochter eines Zinngießers nicht als standesgemäß gelten konnte (was Goethe ebenso sah). 
Goethes Vertrauter in der Beziehung zu Käthchen Schönkopf war der 10 Jahre ältere Ernst Wolfgang Behrisch, Hofmeister des Grafen Lindenau.  Goethe wird durch seine Liebe zur Produktion verspielter Lyrik im Stile des Rokoko angeregt. Dazu gehören die von Behrisch gesammelten Annettenlieder

Zwei Beispiele: 

Es nannten ihre Bücher
Die Alten sonst nach Göttern,
Warum sollt ich ANNETTE,
Die du mir Gottheit, Muse
Und Freund mir bist und alles,
Dies Buch nicht auch nach deinem
Geliebten Namen nennen?
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An meines Mädchens Seite 
Sizz´ ich, ihr Aug' spricht Lust 
Und unter neid´scher Seide 
Steigt fühlbar ihre Brust 

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Annette an ihren Geliebten 
Ich sah wie Doris bey Damöten stand, 
Er nahm sie zärtlich bey der Hand; 
Lang sahen sie einander an; 
Und sahn sich um, ob nicht die Aeltern wachen, 
Und da sie niemand sahn, 
Geschwind - Genug sie machtens, wie wirs machen. 

Im Frühjahr 1768 wird die Beziehung gelöst, die - wegen Goethes extremer Eifersucht auf echte oder vermeintliche Nebenbuhler - von Anfang an unter Belastungen litt. 
Während der Zeit der Beziehung entsteht auch das Stück Die Laune des Verliebten. In diesem Schäferspiel wird ein eifersüchtiger Liebhaber von seiner Eifersucht geheilt, als er erkennt, dass auch er untreu sein kann. 
Auch nach dem Ende der Beziehung schrieb Goethe noch einige Zeit an Anna Katharina. Diese heiratete dann 1770 den Juristen Dr. Christian Karl Kanne, den späteren Vizebürgermeister von Leipzig.