Zeitgenossen Goethes
Die Gebrüder Stolberg - Stolberg

Friedrich Leopold Reichsgraf zu ( 1750 - 1819 )
und Christian .... (1748 - 1821 )

Gemeinsam mit seinem älteren Bruder Christian studierte er bis 1776 in Göttingen und trat dem Freiheitsbund "Göttinger Hain" bei. 
Von Klopstock beeinflusst, schrieben die Brüder vaterländische, weihevolle Verse und  begleiteten Goethe auf der ersten seiner Reisen in die Schweiz, bei der sie Lavater begegneten. Später waren sie mit Hamann, Herder, Jakobi und Voss befreundet und dichteten im romantischen Stil der Zeit. 
Die Brüder Stolberg trafen erstmals im Mai 1775 mit Goethe in Frankfurt zusammen, wo man den schon berühmten Autor des "Götz" und des "Werther" aus allen Himmelsrichtungen zu  besuchen pflegte. Da man sich bereits in einigen Briefen einander nähergekommen war, beschlossen die jungen Männer, gemeinsam eine Reise in die Schweiz zu unternehmen. Die Schweiz galt in der vorrevolutionären Epoche zumal unter jungen Leuten als ein Musterbeispiel gesellschaftlicher Freiheit und demokratischer Gesinnung. Im November kam es abermals zu einer Begegnung der Freunde, jetzt bereits in Weimar, wohin sich Goethe unterdessen begeben hatte. Vor allem der jüngere der beiden Brüder, Friedrich Leopold, war Goethe zugetan. Es blieb eine Jugendfreundschaft, denn Stolbergs Übertritt zur katholischen Kirche -  für Goethe offenbar eine Kampfansage ohnegleichen - "zerriss die schönsten früher geknüpften Bande".
Als literarisches Zeugnis der Freundschaft ist die biographische Skizze "Voss und Stolberg" Bestandteil von Goethes Werken geworden, in  welcher der Dichter den kurz vor F. L. Stolbergs Tod erfolgten Angriff von Johann Heinrich Voss (1751 - 1826) gegen Stolbergs Konversion und den dadurch ausgelösten Streit rekapitulierte, und den einstigen Freund postum in Schutz nahm.
1222 - 1789 versah Friedrich Leopold eine diplomatische Aufgabe in Kopenhagen
1789 - 1791 in Berlin und wurde 
1791 Kammerpräsident. 
1800 nahm er seinen Abschied und zog nach Münster, wo er im konservativen Kreis der Fürstin Gallitzin verkehrte und zum katholischen Glauben übertrat. Friedrich Leopold beschäftigte sich nun überwiegend mit religionsgeschichtlichen Arbeiten. - 
Von seinen Dramen, Erzählungen, Reiseberichten und Übersetzungen sind die Eindeutschung der "Ilias" (1778) Fr. Leopolds anerkanntestes Werk.