Goethes Frauen
Zu diesem Ball
sollte Goethe Charlotte Buff abholen. Er umwarb zu der Zeit eigentlich
die 17jährige
Johannette Lange, die Werther
ein "hiesiges gutes, schönes, übrigens unbedeutendes Mädchen"
nennt. Doch sobald Goethe Charlotte
kennengelernt hatte, wandte er sich dieser zu. Seit dem frühen Tod
der Mutter ein Jahr zuvor führte Lotte den väterlichen Haushalt
und versorgte ihre neun jüngeren Geschwister, obwohl sie noch
eine ältere Schweter, Karoline, hatte. Lotte bezauberte ihn sowohl
durch ihre äußerliche Erscheinung als auch durch ihre offene
Art. [ Zitat ]
Wie im Werther dargestellt, tanzte er (Werther / Goethe) den ganzen Abend mit ihr, und wie Lotte die Festgesellschaft während des Gewitters mit einem Spiel ablenkte, imponierte ihm (Werther / Goethe) sehr.
Diese Idylle, aber auch der über den Vogelschnabel vermittelte Kuss sind Paradigmenmomente in der deutschen Literatur geworden. F. Raab hat in einem Gemälde nach einem Kupferstich von W. von Kaulbach diese Szene verewigt.. Goethe schildert das Erlebnis im Werther mit den Worten: "Welch eine Wonne das für meine Seele ist, sie in dem Kreise der lieben, muntern Kinder, ihrer acht Geschwister, zu sehen!" Auch mit den
Geschwistern Lottes verstand Goethe sich bald sehr gut. Selbst zu Kestner,
dem Verlobten Charlottes (Kestner über
Goethe und Charlotte), hatte er nach dessen Rückkehr ein sehr gutes
Verhältnis, für Werther ist Albert sogar ,nach Lotten, das Liebste
auf der Welt. Dennoch belastete Goethe die Aussichtslosigkeit einer Beziehung
zu Lotte so sehr, dass er Wetzlar wieder verließ (Abschiedsbrief).
Seine Erlebnisse bilden die Grundlage für seinen Roman: "Die
Leiden des Jungen Werthers".
Dass dieser einem Welterfolg werden würde, hoffte er vielleicht, aber er ahnte es nicht. Der Erfolg des Romans war aber mehr als nur eine Modeerscheinung ("Werhterfieber"). Goethe selbst sagte dazu: "Die Wirkung dieses Büchleins war groß, ja ungeheuer, und vorzüglich deshalb, weil es genau in die rechte Zeit traf". (Dichtung und Wahrheit) |