Als Goethe 1788 von seinem Itelienaufenthalt braungebrannt zurückkehrt, ist er einer der angesehensten und wohlhabendsten Männer des Großherzogtums. Während eines Spaziergangs im Park wird er von einem 23-jährigen Blumenmädchen angesprochen, er möge sich für ihren schuldlos in Not geratenen Bruder, der auch schon einen (Räuber-) Roman geschrieben hat, einsetzen und ihm bei der Suche nach einer Arbeitsstelle helfen. Goethe lädt das Mädchen auf den Abend zu sich ins "Gartenhaus" ein. Als seine Haushälterin und Geliebte zieht sie weinig später zu ihm und belibt es 12 Jahre, bis er sie heiratet. Goethe widmet ihr 25 Jahre später das folgende Gedicht:
 
Gefunden

Ich ging im Walde 
So für mich hin, 
Und nichts zu suchen, 
Das war mein Sinn.

Im Schatten sah ich 
Ein Blümlein stehn, 
Wie Sterne leuchtend, 
Wie Äuglein schön.

Ich wollt es brechen, 
Da sagt es fein: 
Soll ich zum Welken 
Genbrochen sein?

Ich grub’s mit allen 
Den Würzlein aus, 
Zum Garten trug ich’s 
Am hübschen Haus.

Und pflanzt es wieder 
Am stillen Ort; 
Nun zweigt es immer 
Und blüht so fort.

.


[38 KB]