Horváth
als Heimatloser
„Der Antrag [auf Einbürgerung] wurde von den
Murnauer Gemeinderäten mit einer knappen Mehrheit von 7 zu 6 Stimmen
abgelehnt mit der Begründung, „dass nicht nachgewiesen ist, ob sich
der Gesuchsteller dauernd zu ernähren im Stande ist.“ Der Wohlstand
der Eltern Ödöns konnte nicht die Unsicherheit seiner Einkünfte,
der gute Ruf der Familie nicht die ausländische Herkunft kompensieren.
Doch Horváth gab nicht auf. Er stellte den Antrag erneut bei der
Regierung von Oberbayern und erhielt am 18. Mai 1928 den ablehnenden Bescheid,
dass ihm „die Einbürgerung in Bayern nicht in Aussicht gestellt werden
kann.“ Dieses Mal ohne Begründung.“
(Aus: Tworek, Elisabeth/Salmen, Brigitte:
Ödön von Horváth. Ein Kulturführer des Schlossmuseums
Murnau, Murnau 2001, S. 40) |
| 09.12.1901 |
Geburt in FIUME (heute RIJEKA), als Sohn
des Diplomaten Dr. Edmund Horváth und seiner Ehefrau Maria Horváth |
| 1902 |
Übersiedlung nach BELGRAD |
| 1908 |
Übersiedlung nach BUDAPEST, im folgenden
Jahr Besuch des erzbischöflichen Internats |
| 1913 |
Horvath folgt den Eltern nach MÜNCHEN,
Besuch des Gymnasiums |
| 1916 |
Übersiedlung der Familie nach PRESSBURG;
erste schriftstellerische Versuche |
| 1918 |
BUDAPEST, nach einer Versetzung des Vaters |
| 1919 |
Abitur in WIEN; Studienbeginn in MÜNCHEN |
| 1922 |
Erste Veröffentlichung „Das Buch der Tänze“ |
| 1924 - 1933 |
Umzug zu den Eltern nach MURNAU mit anschließenden
regelmäßigen Aufenthalten in BERLIN |
| 1931 |
Saalschlacht zwischen NSDAP und dem sozialdemokratischen Reichsbanner
in einem Murnauer Gasthaus; Horváth sagt später als Zeuge gegen
die Nationalsozialisten aus |
| 1933 |
Flucht aus MURNAU nach Zusammenstoß mit der SA, da er im Gasthaus
darum gebeten hat, die im Rundfunk übertragene Rede Hitlers leiser
zu stellen |
| 27.12.1933 |
Heirat in WIEN mit Maria Elsner; die Ehe
wird bereits im folgenden Jahr geschieden |
| 1934 |
In BERLIN schreibt Horváth Filmdialoge und tritt dem NS-geführten
„Reichsverband Deutscher Schriftsteller“ bei |
| 1936 |
Aufenthalt in WIEN und HENNDORF BEI SALZBURG |
| 1937 |
Ausschluss aus dem Reichsverband Deutscher Schriftsteller |
| 1938 |
Nach dem „Anschluss“ Österreichs geht Horváth nach BUDAPEST |
| 01.06.1938 |
Horváth wird in Paris von einem herabstürzenden
Ast erschlagen |
Aufgabe: Erstellen Sie mit Hilfe
der Daten aus der Tabelle und einem Atlas eine Übersicht von Horváths
topographischen Lebensschwerpunkten.
Horvath_Heimatlos.doc
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