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Der Schiller-Körner-Brunnen, den Bildhauer
Oskar Rassau und Architekt Martin Pietzsch 
in den Jahren 1912/13 gegenüber dem 
Schillerhäuschen an der Weinbergsmauer 
errichteten

[Aus:dresden-reisefuehrer.de ]

Friedrich Schiller

Leipzig, Gohlis, Dresden, Loschwitz

Don Carlos, Theosophie des Julius, Der Geisterseher, An die Freude
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10.11.1759 - 5.05.1805 [Schiller - Jahr 2005]
 

Am 17. April 1785, an einem Sonntag, traf Schiller in Leipzig ein. Vom "Blauen Engel", seinem Absteigequartier schickte er Huber (Körner war in Dresden unabkömmlich)  die Benachrichtigung von seiner Ankunft. Körners Braut Minna und deren Schwester Dora Stock waren aber anwesend. Man war überrascht, einen "blonden, blauäugigen, schüchternen jungen Mann" vor sich zu haben, dem "die Tränen in den Augen standen" und der kaum wagte, die Frauen anzureden. Man hatte als Dichter der Räuber "einen karl Moor aus den böhmischen Wäldern" erwartet. In einem bescheidenen Studentenzimmer bezog er Quartier. Die Handelsmetropole und Universitätsstadt ("Klein Paris" wurde es damals genannt) behagte Schiller nicht. Deshalb zog er nach einigen Wochen mit Huber, Göschen und anderen neuen Bekannten in das benachbarte Dorf Gohlis. In einem Bauernhaus am Dorfrand fand er eine bescheidenen Unterkunft und lebte hier den Sommer über bis zum 10. September 1785. In dieser Zeit vertiefte sich die Freundschaft zwischen Schiller, Huber und Körner. Mit diesem traf er am 1. Juli 1785 auf dem Gut Kahnsdorf bei Borna, zwischen Leipzig und Dresden, zum ersten Mal zusammen. Der ganze Freundeskreis, Huber, Göschen, die beiden Damen Stock und andere Freunde waren anwesend. Die Zeit bis zum Herbst nutzte Schiller zur Arbeit an "Don Karlos". 
Zu Beginn des Herbstes traf Schiller bei Körner in Dresden ein. Die ersten Wochen verbrachte er in dessen Haus am Loschwitzer Weinberg [Lage  Ansichten ] , draußen vor der Stadt [Schillerhäuschen in Loschwitz bei Dresden ]. Körner hatte inzwischen Minna geheiratet, der Hausstand war gegründet. Bei einem der Besuche Schillers bei den Körners entstand die später durch Beethovens Vertonung berühmte Ode "An die Freude. Minna erzählte von einem dieser Besuche: " Die Gläser klangen hell, aber Schiller stieß in seiner enthusiastischen Stimmung so heftig mit mir an, dass mein Glas in Stücke sprang über das zum ersten Mal aufgelegte Damasttuch, zu meinem Schreck. Schiller rief: 'eine Libation für die Götter. Gießen wir unsere Gläser aus...'. Darauf nahm dieser die geleerten Gläser und warf sie, dass sie sämtlich in Stücke sprangen, über die Gartenmauer auf das Steinpflaster mit dem leidenschaftlichen Ausrufe: 'Keine Trennung, keiner allein! Sei uns ein gemeinsamer Untergang beschieden!'"
Aber der Enthusiasmus der Freundschaft kann diese Höhe nicht beibehalten. Im Frühjahr 1786, nach einem Jahr des Überschwanges mit Körner und Huber, es zeigten sich Symptome der Ermüdung. Schiller musste wieder ans Werk. 
Schiller arbeitete am Briefwechsel zwischen Julius und Raphael der "Theosophie des Julius" und ließ im Mai 1786 zwei Briefe in der "Thalia" erscheinen. Zudem: der "Don Karlos" war erst bis zum großeb Dialog zwischen dem König und dem Marquis Posa im zehnten Auftritt des dritten Aktes gediehen und liegen geblieben. Den musste er wegen der mittlerweile ausufernden Stofffülle liegen lassen. 
Stattdessen begann er den Roman "Der Geisterseher". Schiller "erholt sich also von einem Drama über eine rerpublikanische Verschwörung von Links, indem er sich in die Arbeit an einem Roman über eine Verschwörung von Rechts stürzt." 
[Rüdiger Safranski. Friedrich Schiller oder Die Erfindung des deutschen Idealismus, München - Wien (Carl Hanser), 2004, S. 238]
Im Oktober 1786 kündigte er seinem Verleger Göschen den Abschluss des "Don Karlos" für das Jahresende an.
Im Sommer 1782 (also bei seinem ersten Besuch in Mannheim) hatte er sich zu diesem Drama von Dalberg anregen lassen. Dieser hatte ihm die "Histoire de Dom Carlos" des Abbé de Saint-Real (1691) mit dem Hinweis überlassen, dass sich daraus etwas fürs Theater machen ließe. Später hat er noch andere und genauere Quellen benutzt, insbesondere Robert Watsons "Geschichte der Regierung Philipps II., König von Spanien" (1778) und Wilhelm Robertsons "Geschichte der Regierung Kaiser Karls V. Nebst einem Abrisse vom Wachstume und Fortgange des gesellschaftlichen Lebens in Europa, vom Umsturze des römischen Kaisertums an, bis auf den Anfang des sechzehnten Jahrhunderts" (1771). Bei seinem Aufenthalt (nach der Flucht aus Stuttgart über Mannheim, Frankfurt, Oggersheim) in Bauerbach (07.12.1782- 24.07.1783) arbeitete er weiter an der Planung und Ausgestaltung. Als er im Sommer 1784 um seine Weiterbeschäftigung am Mannheimer Theater kämpfen musste, pries er Dalberg gegenüber sein im Entstehen begriffenes Stück an. 
Schiller hatte es mit: "Die schönen Tage von Aranjuez / Sind nun zu Ende." begonnen, in III,10 ließ er den Marquis Posa fordern: 
Marquis
Werden Sie uns Muster
Des Ewigen und Wahren! Niemals - niemals
Besaß ein Sterblicher so viel, so göttlich
Es zu gebrauchen. Alle Könige
Europens huldigen dem spanischen Namen.
Gehn Sie Europens Königen voran.
Ein Federzug von dieser Hand, und neu
Erschaffen wird die Erde. Geben Sie
Gedankenfreiheit. -
Jetzt beendete er es mit: 
König(kalt und still zum Großinquisitor).    Cardinal, ich habe
Das Meinige gethan. Thun Sie das Ihre.(Er geht ab.) 
 

Mit der Figur des Marquis Posa hat Friedrich Schiller drei Jahre vor der Revolution die Abgründe der revolutionären Moral aufgedeckt.
Posa liebt die Menschheit, und selbstverliebt begeistert er sich an seinen Taten, die dem Menschheitsglück dienen sollen. Selbstverständlich liebt er auch seinen Freund Karlos, aber doch nur stellvertretend für das Ganze: 
In meines Karlos Seele
Schuf ich ein Paradies für Millionen
(Vers 4257f.). 
Die Liebe zur Menschheit verschlingt die Liebe zum einzelnen. So kommt es, dass der Marquis in den verhängnisvollen Fehler verfällt, sich an fremder Freiheit zu vergreifen, die Achtung gegen anderer Rechte ... hintanzusetzen und nicht selten einen willkürlichsten Despotismus zu üben (II, 261).
Die revolutionäre Moral verrät im Einzelfall, was sie für die Gesamtheit zu erstreben beansprucht: die Freiheit. Einerseits fordert sie, dass der Mensch sich selbst zum Zweck werde, andererseits macht sie ihn zum Mittel ihrer Kalküle. Gewalttätigkeit, Heimlichkeit und Herrschsucht (II, 261) verbergen sich gern hinter den Masken des Freiheitskampfes.
In diesem Zusammenhang verweist Schiller, in seinen »Briefen über Don Karlos«, ausdrücklich auf die verschwörerische Praxis der Illuminaten. Im Namen der Vernunft und der Freiheit wird Robespierre wenig später die wirklichen Köpfe abschlagen lassen. Der Terror der Revolution ist im strategischen Agieren Posas antizipiert. Der Marquis erliegt der Verlockung der universellen Vernunft, sich ihren Weg abzukürzen, ihr Geschäft zu vereinfachen und Individualitäten, die sie zerstreuen und verwirren, in Allgemeinheiten zu verwandeln (II, 261). Die Wege abkürzen bedeutet: Menschen benützen; wer die Menschheit beglücken will, wird sich vom Gewimmel der Individualitäten nicht aufhalten lassen wollen. Die einzelnen in Allgemeinheiten verwandeln heißt: sie aufopfern. Der Marquis schreckt allerdings auch nicht davor zurück, sich selbst zu opfern. Das macht seinen menschlichen Adel aus und stellt den ursprünglichen Freundschaftsbund auf tragische Weise wieder her. Und doch bleibt auch bei diesem Selbstopfer der Verdacht zurück, den die Königin dem Marquis gegenüber formuliert: 
Königin.                      Nein, nein!
Sie stürzten sich in diese That, die Sie
Erhaben nennen. Leugnen Sie nur nicht.
Ich kenne Sie, Sie haben längst darnach
Gedürstet - Mögen tausend Herzen brechen,
Was kümmert Sie's, wenn sich Ihr Stolz nur weidet.
(IV, 21, Vers 4380-84).
[Aus: Rüdiger Safranski. Friedrich Schiller oder Die Erfindung des deutschen Idealismus, München - Wien (Carl Hanser), 2004, S. 256]
Seinen Verleger Göschen bat Schiller im Sommer 1786, in Wien am Burgtheater zu sondieren. Von dem Mannheimer Schauspieler Beck erfuhr er aber, dass der hamburger Intendant Schröder vom Thalia - Fragment sehr angetan sei und sogleich schrieb er an ihn. Schröder antwortete prompt und macht ihm den Vorschlag, nach Hamburg zu übersiedeln. Schiller aber entscheidet sich nach längerer Überlegung dagegen. Die Uraufführung des "Don Karlos" fand am 29. August 1787 in Hamburg statt.
Schiller hat einstweilen Liebeshändel in Dresden: Im Februar 1787 verliebte er sich bei einem Maskenball in die neunzehnjährige Henriette von Arnim, eine stadtbekannte und von gut situierten Liebhabern umworbene Schönheit. Sie hatte sich als Zigeunerin verkleidet. Es begann eine von Eifersüchteleien gekennzeichnete Liebesbeziehung, wovor die Körners ihn warnten, weil die Mutter der Neunzehnjärigen für ihre Tochter nach einem gut situierten Mann auf Suche war. Bis zum Mai dauerte das Verhältnis. Schiller vermied den offenen Bruch, und es gelang ihm sogar, freundschaftliche Gefühle für Henriette zu bewahren.  Auch Henriette behielt die Erinnerung an die Jugendliebe in Ehren. Nachdem sie standesgemäß nach Ostpreußen verheiratet worden war und dort auf einem Gut gelebt hatte, kehrte sie nach dem Tod ihres Mannes nach Dresden zurück und starb hier hochbetagt 1847. 

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