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Fachbereich Deutsch
Drama

Christian Friedrich Daniel Schubart:
Der Bettelsoldat [ Nutzungshinweis ]

(1784)

Der Prozess gegen die Räuber
Mit jammervollem Blicke,
 Von tausend Sorgen schwer,
Hink' ich an meiner Krücke
 Die weite Welt umher.

Gott weiß, hab viel gelitten,
 Hab manchen harten Kampf
Im Preußenkrieg gestritten,
 Gehüllt in Pulverdampf.

Sah manchen Kameraden
 An meiner Seite tot
Und musst' im Blute waten,
 Wann es mein Herr gebot.

Oft drohten mir Geschütze
 Den fürchterlichsten Tod:
Oft trank ich aus der Pfütze;
 Oft aß ich schimmlicht Brot.

Ich stand in Sturm und Regen,
 In grauser Mitternacht,
Bei Blitz und Donnerschlägen
 Oft einsam auf der Wacht.

Und nun nach so viel Schonung -
 Noch fern von meinem Grab,
Empfang' ich die Belohnung -
 Mit diesem Bettelstab.

Ihr Söhne, bei der Krücke,
 An der mein Leib sich beugt,
Bei diesem Tränenblicke,
 Der sich zum Grabe neigt;

Beschwör' ich euch, ihr Söhne;
 O flieht der Trommel Ton
Und Kriegsdrommetentöne;
 Sonst kriegt ihr meinen Lohn.

  Aufgaben:
- Untersuchen Sie den inhaltlichen Aufbau des Gedichtes.
- Aus welcher Perspektive spricht das lyrische Ich? Welche Absicht verfolgt es damit?
- Welches ist die politische, welches die soziale Anklage, die in diesem Text vorgetragen wird?

© H. Kerber 1995 | 2007 | 2009

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