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Drama

Friedrich Schiller
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Gruppennormen und Konformität

„Gruppen pflegen ihren Mitgliedern Kontrollen aufzulegen, um die erlaubte Reichweite ihres Verhaltens, ihrer Einstellungen und Beziehungen regulieren zu können und um die Kontinuität der Gruppe zu gewährleisten. Als Nebenprodukt der Interaktionen innerhalb der Gruppe entstehen Normen, aus denen eine von allen geteilte Sicht von der Welt oder, anders ausgedrückt, Gruppeneinstellungen und Gruppenvorstellungen entspringen. Wenn die Norm oder der Standard sich einmal etabliert hat, üben sie einen verhaltenseinschränkenden Einfluss auf die Mitglieder aus, denn sie erzeugen nicht nur den Druck, die Norm zu beachten, sondern auch Hemmungen, sie zu durchbrechen. Gemeinsame Normen stellen eines der hervorstechendsten Merkmale von Gruppen dar. [...]
Wenn das Individuum zum Mitglied einer von ihm positiv gewerteten Gruppe werden will, wird es im Allgemeinen seine Denk- und Handlungsweisen und Gefühle in Richtung auf die Gruppennormen verändern. Bei dieser Veränderung spielen die Faktoren Interaktionshäufigkeit, Unsicherheit über richtiges Verhalten und Gruppendruck eine wesentliche Rolle. Ein Gruppenmitglied muss einen Teil seiner Individualität aufgeben, wenn die Gruppe erhalten bleiben soll und ihre Ziele im gemeinsamen Vorgehen erreichen will. Auf diese Weise entsteht der Gruppendruck, der die Gruppenkonformität unter den Mitgliedern herbeiführt.
Die Gruppennormen erhalten ihre Ausgestaltung sowohl durch formellen als auch unformellen Druck, der über die Kommunikation zwischen den Gruppenmitgliedern weitergeleitet wird. Tatsächlich bezieht sich ein Großteil der Kommunikation zwischen den Gruppenmitgliedern auf den Druck zu Konformität. [...] Wenn es der Gruppe nicht gelingt, den Abweichenden zur Ordnung zu rufen, besteht die große Gefahr, dass sie ihn von sich stößt. Außerdem wird die Anziehungskraft der Gruppe auf das Mitglied dem Abweichungsversuch entgegenwirken. [...] Gruppen mit hoher Kohäsion oder Anziehung versuchen, einen größeren Einfluss über ihre abweichenden Mitglieder zu erringen als Gruppen mit niedriger Kohäsion. Die direkte Kommunikation mit dem Abweichler lässt einen sozialen Druck entstehen, der ihn zur Konformität mit den Gruppennormen zwingt."

(Leon Mann, Sozialpsychologie, Weinheim/Basel, Beltz 1976, S. 61 ff.) © H. Kerber 1995 | 2007 | 2009

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