Fachbereich Deutsch
Friedrich Schiller
[10.11.1759 - 5.05.1805 ||Schiller - Jahr 2005]
Personen
Außerhalb der Frames
mit "Reload" neues Menu laden!

 
Der Sprüche - Klopfer
Sentenzen, Aphorismen ...aus Schillers Werken, die zum allgemeinen Sprachgut geworden sind:

Aus "Maria Stuart"
Denn ein gebrechlich Wesen ist das Weib.“ (Maria Stuart, II,3, Talbot)
Ein Ring macht Ehen, / Und Ringe sind’s, die eine Kette machen. (Maria Stuart, II,2, Elisabeth)
Was man nicht aufgibt, hat man nie verloren. (Maria Stuart, II,5, Maria)

Aus "Wilhelm Tell"
Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. (Tell)
Und mit der  Axt hab ich ihm’s Bad gesegnet.“ (Tell, I,1, Baumgarten)
Der brave Mann denkt an sich selbst zuletzt. (Tell, I,1, Tell)
Wann kommt der Retter diesem Lande? (Tell, I,1, Ruodi)
Dem Mutigen hilft Gott. (Tell, I,2, Gertrud)
Was Hände bauten, können Hände stürzen. (Tell, I,3, Tell)
Das schwere Herz wird nicht durch Worte leicht, Tell, I,3, Tell)
Die schnellen Herrscher sind’s, die kurz regieren (Tell, I,3, Tell)
Dem Friedlichen gewährt man gern den Frieden, Tell, I,3, Tell)
Der Starke ist am mächtigsten allein. (Tell, I,3, Tell)
Ans Vaterland, ans teure, schließ dich an,
Das halte fest mit deinem ganzen Herzen. (Tell, II,1, Attinghausen)
Redlichkeit gedeiht in jedem Stande (Tell, II,2, Stauffacher)
Denn herrenlos ist auch der Freiste nicht. (Tell, II,2, Stauffacher
Ein rechter Schütze hilft sich selbst. (Tell, III,1, Tell)
Früh übt sich, was ein Meister werden will (Tell, III,1, Tell)
Den schreckt der Berg nicht, der darauf geboren (Tell, III,1, Tell)
Die Axt im Haus erspart den Zimmermann (Tell, III,1, Tell)
Ein jeder wird besteuert nach Vermögen (Tell, III,1, Tell)
Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig leisten (Tell, III,1, Tell)
Zu weit getrieben / Verfehlt die Strenge ihres weisen Zwecks,
Und allzu straff gespannt zerspringt der Bogen (Tell, III,3, Rudenz)
Wer klug ist, lerne schweigen und gehorchen. (Tell, III,3, Geßler)
Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit,
Und neues Leben blüht aus den Ruinen. (Tell, IV,2, Attinghausen)
Rache trägt keine Frucht! Sich selbst ist sie die fürchterliche Nahrung. (Tell, V,1, Walther Fürst))

Aus "Kabale und Liebe"
Unterm Dach mag’s aussehn, wie’s will. [Darüber guckt man bei euch Weibsleuten weg], wenn’s nur der liebe Gott parterre 
nicht hat fehlen lassen. (Kabale und Liebe, I,1, Miller)

Auf den Sack schlagt man, den Esel meint man. (Kabale und Liebe, I,1, Miller)
Wer einen Gruß an das liebe Fleisch zu bestellen hat, darf nur das gute Herz Boten gehen lassen. (Kabale und Liebe, I,1, Miller)

Aus "Wallenstein"
Spät kommt ihr, doch ihr kommt. [Der lange Weg, Graf Isolan, erklärt mir euer Säumen] (Wallenstein, )
Daran erkenn’ ich meine Pappenheimer (Wallensteins Tod, III, 15, 
Nur zwischen Glaube und Vertrauen ist Friede. (Wallensteins Tod
Leutselig macht das Missgeschick." (Wallenstein)
Vor Tische las man's anders. (Wallenstein, Die Piccolomini. IV,7)

Aus "Die Räuber"
Dem Manne kann geholfen werden (Die Räuber, V, 2, Karl Moor)

Aus "Fiesko"
Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen. (Die Verschwörung des Fiesco zu Genua)
Donner und Doria! (Die Verschwörung des Fiesco zu Genua, I, 5)

Aus "Don Carlos"
Ein Augenblick gelebt im Paradiese wird nicht zu teuer mit dem Tod gesühnt. (Don Carlos, I, 5, Carlos)
In meines Carlos’ Seele / Schuf ich ein Reich für Millionen (Don Carlos, IV, 21, Marquis von Posa)
Ein Federzug von Ihrer Hand, und neu / Erschaffen wird die Erde.  Geben Sie / Gedankenfreiheit. 
(Don Carlos, III, 10, Marquis von Posa)

Die Wahrheit ist vorhanden für den Weisen, / Die Schönheit für ein fühlend Herz. (Don Carlos, IV, 21, Marquis von Posa)

Aus "Die Jungfrau von Orleans"
Kurz ist der Abschied für die lange Freundschaft. (Die Jungfrau von Orleans III, 6, Lionel)
Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens. (Die Jungfrau von Orleans, III,6, Talbot)

Aus  "Die Braut von Messina"
Schamhafte Demut ist der Reize Krone! (Die Braut von Messina, II, 2, Don Cesar) 

Aus Schriften und Gedichten

Anmut ist eine bewegliche Schönheit. (Über Anmut und Würde
Das Universum ist ein Gedanke Gottes. (Philosophische Briefe: Theosophie des Julius, Die Welt und das denkende Wesen) 
Die Vernunft ist eine Fackel in einem Kerker. (Philosophische Briefe: Julius an Raphael) 

Der Freundschaft stolzes Siegel tragen viele, die in der Prüfungsstunde treulos fliehn. (An Bettina von Arnim) 
Der Schein regiert die Welt, und die Gerechtigkeit ist nur auf der Bühne. (Der Parasit
Philosophen verderben die Sprache, Poeten die Logik, und mit dem Menschenverstand kommt man durchs Leben nicht mehr. 
(Böse Zeiten

 

So erhaben, so groß ist, so weit entlegen der Himmel! / Aber der Kleinigkeitsgeist fand auch bis dahin den Weg. 
(Distichen: Der astronomische Himmel

Wenn die Könige bau’n, haben die Kärrner zu tun. (Xenien und Votivtafeln aus dem Nachlass: Kant und seine Ausleger)

Alles freuet sich und hoffet, wenn der Frühling sich erneut. (Der Jüngling am Bache

Aber hat Natur uns viel entzogen, war die Kunst uns freundlich doch gewogen, unser Herz erwarmt an ihrem Licht. (An die Freunde

Zwischen Sinnenglück und Seelenfrieden / Bleibt dem Menschen nur die bange Wahl. (Das Ideal und das Leben

Siehe! Da weinen die Götter, es weinen die Göttinnen alle, dass das Schöne vergeht, dass das Vollkommene stirbt. (Nänie )

Die Glocke

Die Blume verblüht, die Frucht muss treiben. (Glocke)

Von der Stirne heiß 
Rinnen muss der Schweiß, 
Soll das Werk den Meister loben, 
Doch der Segen kommt von oben. (Die Glocke)

O! dass sie ewig grünen bliebe, 
Die schöne Zeit der jungen Liebe! (Glocke)

Drum prüfe, wer sich ewig bindet, 
Ob sich das Herz zum Herzen findet! (Glocke)

Der Mann muss hinaus 
Ins feindliche Leben,
[…]
Und drinnen waltet 
Die züchtige Hausfrau, (Die Glocke)

Doch mit des Geschickes Mächten 
Ist kein ewger Bund zu flechten, (Die Glocke)

Arbeit ist des Bürgers Zierde, 
Segen ist der Mühe Preis, (Die Glocke)

Wo rohe Kräfte sinnlos walten, 
Da kann sich kein Gebild gestalten, 
Wenn sich die Völker selbst befrein, 
Da kann die Wohlfahrt nicht gedeihn. (Die Glocke)

Gefährlich ist's, den Leu zu wecken, 
Verderblich ist des Tigers Zahn, 
Jedoch der schrecklichste der Schrecken, 
Das ist der Mensch in seinem Wahn. (Die Glocke)

Freiheit und Gleichheit! hört man schallen, 
Der ruhge Bürger greift zur Wehr, 
Die Straßen füllen sich, die Hallen, 
Und Würgerbanden ziehn umher, 
Da werden Weiber zu Hyänen 
Und treiben mit Entsetzen Scherz, 
Noch zuckend, mit des Panthers Zähnen, 
Zerreißen sie des Feindes Herz. (Glocke)