Der Sprüche - Klopfer
Sentenzen,
Aphorismen ...aus Schillers Werken, die zum allgemeinen Sprachgut
geworden sind:
Aus "Maria
Stuart"
Denn ein gebrechlich Wesen ist das
Weib.“ (Maria Stuart, II,3, Talbot)
Ein Ring macht Ehen, / Und Ringe sind’s,
die eine Kette machen. (Maria Stuart, II,2, Elisabeth)
Was man nicht aufgibt, hat man nie
verloren. (Maria Stuart, II,5, Maria)
Aus "Wilhelm
Tell"
Es kann der Frömmste nicht in
Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. (Tell)
Und mit der Axt hab ich ihm’s
Bad gesegnet.“ (Tell, I,1, Baumgarten)
Der brave Mann denkt an sich selbst
zuletzt. (Tell, I,1, Tell)
Wann kommt der Retter diesem Lande?
(Tell, I,1, Ruodi)
Dem Mutigen hilft Gott. (Tell, I,2,
Gertrud)
Was Hände bauten, können
Hände stürzen. (Tell, I,3, Tell)
Das schwere Herz wird nicht durch
Worte leicht, Tell, I,3, Tell)
Die schnellen Herrscher sind’s, die
kurz regieren (Tell, I,3, Tell)
Dem Friedlichen gewährt man gern
den Frieden, Tell, I,3, Tell)
Der Starke ist am mächtigsten
allein. (Tell, I,3, Tell)
Ans Vaterland, ans teure, schließ
dich an,
Das halte fest mit deinem ganzen Herzen.
(Tell, II,1, Attinghausen)
Redlichkeit gedeiht in jedem Stande
(Tell, II,2, Stauffacher)
Denn herrenlos ist auch der Freiste
nicht. (Tell, II,2, Stauffacher
Ein rechter Schütze hilft sich
selbst. (Tell, III,1, Tell)
Früh übt sich, was ein Meister
werden will (Tell, III,1, Tell)
Den schreckt der Berg nicht, der darauf
geboren (Tell, III,1, Tell)
Die Axt im Haus erspart den Zimmermann
(Tell, III,1, Tell)
Ein jeder wird besteuert nach Vermögen
(Tell, III,1, Tell)
Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig
leisten (Tell, III,1, Tell)
Zu weit getrieben / Verfehlt die Strenge
ihres weisen Zwecks,
Und allzu straff gespannt zerspringt
der Bogen (Tell, III,3, Rudenz)
Wer klug ist, lerne schweigen und
gehorchen. (Tell, III,3, Geßler)
Das Alte stürzt, es ändert
sich die Zeit,
Und neues Leben blüht aus den
Ruinen. (Tell, IV,2, Attinghausen)
Rache trägt keine Frucht! Sich
selbst ist sie die fürchterliche Nahrung. (Tell, V,1, Walther Fürst))
Aus "Kabale
und Liebe"
Unterm Dach mag’s aussehn, wie’s will.
[Darüber guckt man bei euch Weibsleuten weg], wenn’s nur der liebe
Gott parterre
nicht hat fehlen lassen. (Kabale und Liebe, I,1, Miller)
Auf den Sack schlagt man, den Esel
meint man. (Kabale und Liebe, I,1, Miller)
Wer einen Gruß an das liebe
Fleisch zu bestellen hat, darf nur das gute Herz Boten gehen lassen. (Kabale
und Liebe, I,1, Miller)
Aus "Wallenstein"
Spät kommt ihr, doch ihr kommt.
[Der lange Weg, Graf Isolan, erklärt mir euer Säumen] (Wallenstein,
)
Daran erkenn’ ich meine Pappenheimer
(Wallensteins Tod, III, 15,
Nur zwischen Glaube und Vertrauen
ist Friede. (Wallensteins Tod
Leutselig macht das Missgeschick."
(Wallenstein)
Vor Tische las man's anders. (Wallenstein,
Die Piccolomini. IV,7)
Aus "Die Räuber"
Dem Manne kann geholfen werden (Die
Räuber, V, 2, Karl Moor)
Aus "Fiesko"
Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan,
der Mohr kann gehen. (Die Verschwörung des Fiesco zu Genua)
Donner und Doria! (Die Verschwörung
des Fiesco zu Genua, I, 5)
Aus "Don Carlos"
Ein Augenblick gelebt im Paradiese
wird nicht zu teuer mit dem Tod gesühnt. (Don Carlos, I, 5, Carlos)
In meines Carlos’ Seele / Schuf ich
ein Reich für Millionen (Don Carlos, IV, 21, Marquis von Posa)
Ein Federzug von Ihrer Hand, und neu
/ Erschaffen wird die Erde. Geben Sie / Gedankenfreiheit.
(Don Carlos, III, 10, Marquis von Posa)
Die Wahrheit ist vorhanden für
den Weisen, / Die Schönheit für ein fühlend Herz. (Don Carlos,
IV, 21, Marquis von Posa)
Aus "Die Jungfrau
von Orleans"
Kurz ist der Abschied für die
lange Freundschaft. (Die Jungfrau von Orleans III, 6, Lionel)
Mit der Dummheit kämpfen Götter
selbst vergebens. (Die Jungfrau von Orleans, III,6, Talbot)
Aus "Die
Braut von Messina"
Schamhafte Demut ist der Reize Krone!
(Die Braut von Messina, II, 2, Don Cesar)
Aus Schriften und Gedichten
Anmut ist eine bewegliche Schönheit.
(Über Anmut und Würde)
Das Universum ist ein Gedanke Gottes.
(Philosophische Briefe: Theosophie des Julius,
Die Welt und das denkende Wesen)
Die Vernunft ist eine Fackel in einem
Kerker. (Philosophische Briefe: Julius an
Raphael)
Der Freundschaft stolzes Siegel tragen
viele, die in der Prüfungsstunde treulos fliehn. (An Bettina von Arnim)
Der Schein regiert die Welt, und die
Gerechtigkeit ist nur auf der Bühne. (Der Parasit)
Philosophen verderben die Sprache,
Poeten die Logik, und mit dem Menschenverstand kommt man durchs Leben nicht
mehr.
(Böse Zeiten)
So erhaben, so groß ist, so weit
entlegen der Himmel! / Aber der Kleinigkeitsgeist fand auch bis dahin den
Weg.
(Distichen: Der
astronomische Himmel)
Wenn die Könige bau’n, haben die
Kärrner zu tun. (Xenien
und Votivtafeln aus dem Nachlass: Kant und seine
Ausleger)
Alles freuet sich und hoffet, wenn
der Frühling sich erneut. (Der Jüngling
am Bache)
Aber hat Natur uns viel entzogen, war
die Kunst uns freundlich doch gewogen, unser Herz erwarmt an ihrem Licht.
(An die Freunde)
Zwischen Sinnenglück und Seelenfrieden
/ Bleibt dem Menschen nur die bange Wahl. (Das Ideal
und das Leben)
Siehe! Da weinen die Götter, es
weinen die Göttinnen alle, dass das Schöne vergeht, dass das
Vollkommene stirbt. (Nänie )
Die Glocke
[
Die Blume verblüht, die Frucht
muss treiben. (Glocke)
Von der Stirne heiß
Rinnen muss der Schweiß,
Soll das Werk den Meister loben,
Doch der Segen kommt von oben. (Die
Glocke)
O! dass sie ewig grünen bliebe,
Die schöne Zeit der jungen Liebe!
(Glocke)
Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
Ob sich das Herz zum Herzen findet!
(Glocke)
Der Mann muss hinaus
Ins feindliche Leben,
[…]
Und drinnen waltet
Die züchtige Hausfrau, (Die Glocke)
Doch mit des Geschickes Mächten
Ist kein ewger Bund zu flechten, (Die
Glocke)
Arbeit ist des Bürgers Zierde,
Segen ist der Mühe Preis, (Die
Glocke)
Wo rohe Kräfte
sinnlos walten,
Da kann sich
kein Gebild gestalten,
Wenn sich die Völker selbst befrein,
Da kann die Wohlfahrt nicht gedeihn.
(Die Glocke)
Gefährlich ist's, den Leu zu wecken,
Verderblich ist des Tigers Zahn,
Jedoch der schrecklichste der Schrecken,
Das ist der Mensch in seinem Wahn.
(Die Glocke)
Freiheit und Gleichheit! hört
man schallen,
Der ruhge Bürger greift zur Wehr,
Die Straßen füllen sich,
die Hallen,
Und Würgerbanden ziehn umher,
Da werden Weiber
zu Hyänen
Und treiben
mit Entsetzen Scherz,
Noch zuckend, mit des Panthers Zähnen,
Zerreißen sie des Feindes Herz.
(Glocke)
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