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Fachbereich Deutsch
Literaturgeschichte
Klassik
 
Das Komische, die Komik
Außer durch die dem Menschen angeborene Neigung, die Schwächen des andern zu verspotten und den Verspotteten auf der Bühne dem lachenden Mitmenschen vorzuführen (das kann sich gegen eine einzelne Person oder auch gegen einen Typ richten, Komödie, Farce), ist das Komische, das Lachen und Lachenmachen, auch vom Religiös - Kultischen her legitimiert. Auf allen früheren Stufen der religiösen Kultur sind die rituellen Vorgänge bei den Festen der Fruchtbarkeitsgötter mit komischen, ja geradezu ausgelassenen und obszönen Späßen verbunden. 
Das widerfährt sogar dem Dionysos an seinen Festen. Schon bei Homer lachen die Götter, und aus Homers Demeter -Hymnus lernen wir sogar die heilende Kraft des Lachens kennen: Demeter2 wird durch die Späße ihrer Magd Jambe vom Schmerz um den Verlust ihrer Tochter abgebracht. Mit Jambe sind wir aber bei der Verwandtschaft der Jambenpoesie mit dem Komik (in der frühen griech. Lyrik bedeutet „jambizein“ - jemanden verspotten; es bezeichnet also die persönliche Satire). Sogar in dem ernsten Sparta hat man schon zur Zeit Lykurgs den Gelos, den Gott des Lachens, verehrt. 
Das Ernste ist nach Platon  (in seinen „Gesetzen“) nur auf dem Hintergrund des Lächerlichen zu verstehen, so dass nicht nur das Heitere, Gelassene zum tiefsten philosophischen Verständnis des Lebens und der Welt führt, sondern dass wir gerade auch durch die Existenz des Komischen - in der menschlichen Haltung selbst und durch die Verspottung im Spiel - einen Weg zum Verständnis des „theatrum mundi“ und zur Meisterung des Lebens finden können. 
Im Komischen findet auch das vom Menschen gefühlte Missverhältnis zwischen Schein und Sein des Lebens seinen Ausdruck. Der Mensch wird „auf die Grenzen seiner Endlichkeit aufmerksam, aber nun so, dass er nicht umhin kann, diese Endlichkeit zu bejahen. Er plant, entwirft, bedenkt und bezieht. Er ist sich selber immer voraus und sucht das Ganze des Lebens unter einem Gesichtspunkt zusammenzufassen. Eben deshalb aber bleibt er immer hinter sich selber zurück; und wie das Tragische überfällt ihn das Komische aus dem Hinterhalt, doch nicht, um ihn zu zerstören, sondern um ihn gleichsam mit dem Ruf: Halt! Wozu auch? zum Stillstand zu bringen.“ (Emil Staiger, Grundbegriffe der Poetik)
1)  Dionysos (auch Bakchos; lateinisch Bacchus), Gott des Weines und der Ekstase in der griechischen und später in der römischen Mythologie. Der Sohn des Zeus wird gewöhnlich auf zweierlei Weise dargestellt. Zum einen ist er der Gott der Vegetation, insbesondere der Baumfrüchte, und findet sich häufig auf attischen Vasen mit Trinkhorn und Weinreben dargestellt. Als er schließlich in ganz Griechenland zum beliebten Gott des Weines und Frohsinns wurde, wurden bei bestimmten Festen zu seinen Ehren angeblich Weinwunder vollbracht. Die zweite Darstellung des Gottes, die einer Gottheit, deren Mysterien zu ekstatischer, orgiastischer Anbetung inspirierte, wird durch die Mänaden oder Bacchantinnen veranschaulicht. Frauen, die Rehfelle tragen und mit Efeu bekränzt sind, mischen sich tanzend unter die Schar der Satyrn und Nymphen. Während des orgiastischen Tanzes zerfleischen sie junge Rehkälbchen und verzehren das rohe Fleisch.
2)  Demeter, in der griechischen Mythologie die große Erdgöttin, die Schützerin des Getreides und der Ernte. Sie war eine der zwölf Hauptgottheiten und eine Tochter der Titanen Kronos und Rhea (Rheia) und zeugte mit ihrem Bruder Zeus die Persephone, die von den Griechen als eine der Unterweltgötter (chthonische Gottheiten) verehrt wurde.
3)  Lykurgos (von Athen) (um 390-324 v. Chr.), Athener Finanzmann, Politiker und Redner. Er war ein Schüler des Platon und des Redners Isokrates und wurde besonders durch sein Geschick bei der Verwaltung der Athener Staatsfinanzen bekannt, für die er zwischen 338 und 326 v. Chr. verantwortlich war.
  Platon (um 428 bis ca. 347 v.  Chr.), griechischer Philosoph und vermutlich der einflußreichste Denker der abendländischen Philosophie.
 
© H. Kerber 1991 / 2001 / 2004
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