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Die sprachliche Entwicklung
zur Barockzeit
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Die geistesgeschichtliche Entwicklung Deutschlands
in 17. und frühen 18. Jahrhundert wurde bestimmt von der Auseinandersetzung
der Konfessionen, vom Einfluss der französischen Kultur, der seit
dem Ende des Dreißigjährigen Krieges immer stärker wurde,
und von der Kluft, die im absolutistisch regierten Territorialstaat die
herrschenden und gebildeten Schichten vom niederen und ungebildeten Volk
trennte. Die religiösen Gegensätze, die politischen und sozialen
Gegebenheiten wirkten natürlich auch auf die Sprache ein. So
stand bis weit ins 18. Jahrhundert hinein eine
mitteldeutsch-evangelische
Form der Schriftsprache einem oberdeutsch-katholischen Idiom
gegenüber. Aufs Ganze gesehen aber gewann das dem Luther-Deutsch verwandte
Obersächsisch-Meißnische
stetig an Boden, passte sich aber in manchen Einzelzügen dem Oberdeutschen
oder Westmitteldeutschen an. Über den verschiedenen Mundarten,
über den Volks- und Berufssprachen, bildete sich langsam eine einheitliche
Hochsprache, deren sich die Dichter und Schriftsteller bedienten, die
für die Verwaltung vorbildlich wurde und die am Ende des 18. Jahrhunderts
das Französische, die Umgangssprache
der Höfe, des Adels und der gebildeten Schichten, und das Latein,
die übernationale Gelehrtensprache, verdrängte. Im Bemühen,
die deutsche Sprache wie das Französische literaturfähig und
wie das Lateinische wissenschaftsfähig zu machen, bildete man ein
Reihe von Sprachgesellschaften. Der Überfremdung
durch Lehnwörter
( ein Beispiel ) versuchte
mach durch bewusste Neubildungen
aus eigenem Sprachmaterial entgegenzuarbeiten.
Endgültig durchsetzen konnte sich
die Einheitssprache erst, als Klopstock,
Lessing
und Wieland
ihre Ausdrucksmöglichkeiten beträchtlich erweiterten und als
schließlich
Goethe
und Schiller
ihre großen Werke schufen.
Die Entwicklung zur Einheitssprache
verlief jedoch keineswegs kontinuierlich und geradlinig. Eine bedeutsame
Stufe stellte die im 17. Jahrhundert bewusst geschaffene und dem europäischen
Zeitgeschmack verpflichtete Kunstsprache dar: die Sprache des Barock.
Ausdrucksstärke, Schmuckbedürfnis, Prunk und Pathos, der Hang
zu antithetischen Fügungen und ein oft komplizierter Satzbau sind
ihre charakteristischen Züge ( Ein Beispiel
).
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