Versailles
(Schloss), Königsschloss südwestlich von Paris, das in enger
Verbindung mit dem Sonnenkönig Ludwig XIV.
steht und vermutlich das berühmteste Schloss Europas ist. Heute ist
es ein Nationalmuseum.
Während der Regierungszeit
von Ludwig XIII. befand sich in Versailles ein königliches
Jagdschloss, das von Paris leicht zu erreichen war. Im Jahr 1631 begann
man mit der Errichtung eines Schlosses an der Stelle des jetzigen Palastes.
Ludwig
XIV., der schon als Junge den französischen Thron (1643) bestiegen
hatte, begann 1661 mit der Arbeit an den Bauten; Louis Le Vau war
der Hauptarchitekt. Die Arbeit blieb zum größten Teil auf die
Bearbeitung des vorhandenen Schlosses beschränkt, doch die neue Menagerie
und die Orangerie bildeten die erste Stufe eines grandiosen Eingangshofes.
In einer zweiten Bauphase, die 1668 begann, wurde das ursprüngliche
Schloss in ein völlig neues Bauwerk, das man um den neuen Cour Royale
anlegte, eingeordnet.
Eine dritte Baukampagne,
bei der über 30 000 Hilfsarbeiter und Handwerker beteiligt waren,
wurde 1678 ins Leben gerufen und dauerte ein ganzes Jahrzehnt. Im Jahr
1682 verlegte Ludwig XIV. seinen Machtsitz von Paris nach Versailles. Der
Architekt Jules Hardouin-Mansart baute die ungeheuer langen Nord- und
Südflügel. Die große Kapelle wurde erst 1699
ernsthaft begonnen und im Jahr 1710 geweiht. (Die Dekoration wurde nach
dem Tod des Königs im Jahr 1715 fertiggestellt.) |
Die Oper in Versailles
stammt von Jacques-Ange Gabriel; sie wurde für Ludwig XV. erbaut.
Unter Ludwig XVI. wurden Pläne erarbeitet, das Schloss weiter
zu vergrößern; im Jahre 1783 fand ein architektonischer Wettbewerb
um einen neuen Gesamtplan statt. Die Revolution schritt jedoch dagegen
ein: Die Einrichtungsgegenstände von Versailles wurden verkauft und
das Schloss in ein Museum umgewandelt. Der symmetrische Grundriss des Cour
Royale wurde schließlich 1820 unter Ludwig XVIII. verwirklicht.
Im 19. und 20. Jahrhundert
war Versailles umfassenden Restaurierungsarbeiten ausgesetzt, wobei ein
Teil der Originaleinrichtung wiederhergestellt wurde. Zu den zahlreichen
prachtvollen Inneneinrichtungen gehören die Spiegelgalerie,
in der 1871 nach der französischen Niederlage im Deutsch-Französischen
Krieg das Deutsche Reich ausgerufen wurde, der Salon von Hercules
und das Schlafzimmer von Marie Antoinette.
In den Gärten und dem
Park, die sich um den Grand Canal konzentrieren, findet man viele Denkmäler,
Plastiken und Nebengebäude, darunter den Grand Trianon und den Petit
Trianon. Letzterer war ein bevorzugter Aufenthaltsort von Marie Antoinette;
er stammt aus den Jahren 1760 bis 1764.
[Aus: Microsoft
Encarta 97 Enzyklopädie]
Außenansicht
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