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Fachbereich Deutsch
Lyrik

Georg Heym 

Der Abend
 
Georg Heym, 

Die Stadt

Sehr weit ist diese Nacht. Und Wolkenschein 
Zerreißet vor des Mondes Untergang. 
Und tausend Fenster stehn die Nacht entlang 
Und blinzeln mit den Lidern, rot und klein.

Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt, 
Unzählig Menschen schwemmen aus und ein. 
Und ewig stumpfer Ton von stumpfem Sein 
Eintönig kommt heraus in Stille matt.

Gebären, Tod, gewirktes Einerlei, 
Lallen der Wehen, langer Sterbeschrei, 
Im blinden Wechsel geht es dumpf vorbei.

Und Schein und Feuer, Fackeln rot und Brand, 
Die drohn im Weiten mit gezückter Hand 
Und scheinen hoch von dunkler Wolkenwand.
 

Aus: [Heym: [Ausgewählte Gedichte]. S. 126 ff. 
Digitale Bibliothek Sonderband: Meisterwerke 
deutscher Dichter und Denker, S. 20391 
(vgl. Heyrn-DuS Bd. 1, S. 452 ff.)]

Interpretation


 
 
 
 
 
 
 
 

 

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