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Fachbereich Deutsch
Lyrik

Jakob von Hoddis 

Morgens
 
Jakob van Hoddis

Morgens

Ein starker Wind sprang empor. 
Öffnet des eisernen Himmels blutende Tore. 
Schlägt an die Türme. 
Hellklingend laut geschmeidig über die eherne Ebene der Stadt. 
Die Morgensonne rußig. Auf Dämmen donnern Züge. 
Durch Wolken pflügen goldne Engelpflüge. 
Starker Wind über der bleichen Stadt. 
Dampfer und Kähne erwachen am schmutzig fließenden Strom. 
Verdrossen klopfen die Glocken am verwitterten Dom. 
Viele Weiber siehst du und Mädchen zur Arbeit gehn. 
Im bleichen Licht. Wild von der Nacht. Ihre Röcke wehn. 
Glieder zur Liebe geschaffen. 
Hin zur Maschine und mürrischem Mühn. 
Sieh in das zärtliche Licht. 
In der Bäume zärtliches Grün. 
Horch! Die Spatzen schrein. 
Und draußen auf wilderen Feldern 
Singen Lerchen.

Aus: „Jakob van Hoddis, Dichtungen und Briefe". 
Hg. v. Regina Nörtemann. Zürich: Arche Vetlag 1987

 

Interpretation


 
 
 
 
 
 
 
 

 

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