|
Herbst
Margot Scharpenberg
Brandstifterzeit.
Eine Rose als Zündholz
geworfen.
Nun scheint es die ganze
Nacht,
Feuer in offenen Kaminen,
die Häuser
brennen schon mit.
Als Rauch
fliegt mir der Sommer davon.
.
.
.
. |
Herbst
Margot Scharpenberg
Brandstifterzeit.
- - - - - - - - - - -
Eine Rose
als Zündholz geworfen.
Nun scheint es die ganze
Nacht,
==========
Feuer
in offenen Kaminen,
=========
die Häuser
brennen
schon mit.
==========
Als Rauch
fliegt //mir//
der Sommer davon. |
.
Bildersprache:
# Assoziative Gedankenreihen
# Metaphorische
Verflechtung und metaphorische Verschränkung
* Verbindung konkreter mit
abstrakten Elementen
* Komposition aus paradoxen
Elementen
# Chiffre:
* Lösung aus der Beziehung
zur Außenwirklichkeit
* Brücke des Vergleiches
wird abgebrochen
* die dichterische Welt
scheint nur mit sich selbst identisch
* Verschlüsselung,
Verschließung
# Evokatives Äquivalent
* Bildhafte Entsprechung
für ein Gefühl => Weckung ähnlicher Vorstellungen im Leser
# Veränderung
der Struktur der Sprachbilder
* Logische Disproportionen
* Kombination nicht zusammengehörender
Elemente
# Reduktion
* Einfache elementare Formen
* Verknappung.
Vergleichsmöglichkeit
mit E. Mörike, Septembermorgen
Aufgaben:
1. Die hier aufgezähltlen Gesichtspunkte
werden häufig als Merkmale moderner Lyrik angesehen. Zeigen Sie auf,
welche der genannten Mermale Sie im Gedicht von M. Scharpenberg repräsentiert
sehen.
2. Erarbeiten Sie eine vergleichende
Formbeschreibung der beiden Gedichte, indem Sie auch Formkategorien modernen
Lyrik mit einbeziehen.
3. Untersuchen Sie die jeweilige
Sichtweise des Herbstes und bedenken Sie dabei, dass Gedichte, wenn
sie nicht reine Dinggedichte sind, auch Existenzaussagen sein wollen.
(Welche unterschiedlichen Existenzerfahrungen / - Aussagen liegen den beiden
Gedichten zugrunde?)
HERBST.ONT
|