LYRIK
2.6 Gedicht
 2.6.1 BALLADE
 2.6.2 ELEGIE
 2.6.3 EPIGRAMM
  • Balladen und die ihr verwandten Formen haben als dichterisch eigenständige Mischform an allen 3 Aussageweisen - dem Lyrischen, dem Epischen und dem Dramatischen - Anteil. 
  • Verschiedene Formen: 
  • Volksballade 
  • Kunstballade (naturmagische u.a.) 
  • Erzählgedicht
  • ursprünglich: jedes im elegischen Versmaß (Distichon) abgefaßte Gedicht 
  • Trauer- oder Klagegedicht 
  • Höhepunkt in der Dichtung Hölderlins 
  • neuester bedeutendster Versuch: Rilke ("Duineser Elegien")
  • ein in sinnvoller Kürze dichterisch 

  •    geformter Gedanke 
  • ursprünglich: Auf- oder Inschrift auf 

  •   Grabmal oder Denkmal 
  • im Barock sehr beliebt 
  • in Romantik und im Jungen 

  •    Deutschland letzter Höhepunkt 
  • Sonderform: Limerick
  • Volksballade:

    "Es waren zwei Königskinder"

    Kunstballade:

    • Naturmagische Ballade: 
    • Droste-Hülshoff: Der Knabe im Moor 
    • Heldenballade: 
    • Fontane: Die Brücke am Tay 
    • Ideenballade: 
    • Schiller: Die Bürgschaft 
    • Schicksalsballade: 
    • Heine: Belsazar
    Erzählgedicht:

    Fontane: Herr von Ribbeck im Havelland

    Menons Klagen um Diotima

    Täglich geh ich heraus und such ein Anderes immer,
    Habe längst sie befragt, alle die Pfade des Lands;
    Droben die kühlenden Höhn, die Schatten alle besuch ich,
    Und die Quellen; hinauf irret der Geist und hinab,
    Ruh’ erbittend; so flieht das getroffene Wild in die Wälder, 
    Wo es Mittag sonst sicher im Dunkel geruht; ...
    (Hölderlin)

    Der Mensch, der macht die Zeit
    Du selber machst die Zeit; daß Uhrwerk sind die Sinnen;
    Hemmst du die Unruh nur, so ist die Zeit von hinnen.
    (Angelus Silesius)

    Wo zwei Menschen sich küssen, da schleichen die Andern vorüber;
    Wo sie sich prügeln, da steh’n alle als Chorus herum.
    (Hebbel)

    2.6.4 HYMNE
    2.6.5 ODE
    2.6.6. Sonett
         
    • ursprünglich: Kultgesang
    • ohne feste formale und inhaltliche Kennzeichen
    • zwischen Ode und Dithyrambus
    • Forderung: 
    • Gehobenheit der Sprache
    • unbeschränkt in der metrischen Form
    • freie Rhythmen
     
    • allgemein für Lied und Gesang
    • strophische Gliederung
    • ohne Reimbindung
    • feste metrische Form
    • anspruchsvollere Stilhöhe
    • strengere Form: z.B. triadischer Aufbau (Strophe-Gegenstrophe-Nachstrophe)
     
    • 14 meist fünffüßige (jambische) steigende Verse 
    • 2 vierzeilige Strophen (Quartette) {Spannung}

    • und 2 dreizeilige Strophen (Terzette) 
      {Entspannung} 
    • variierende Reimverschränkung: 
    • Petrarca - Typ: abba/abba/cdc/cdc 
    • Shakepeare -Typ: abab/cdcd/efef/gg 
    • Ronsard -Typ: abba/abba/ccd/eed
    Ganymed

    Wie im Morgenglanze
    Du rings mich anglühst,
    Frühling, Geliebter!
    Mit tausendfacher Liebeswonne
    ich an mein Herz drängt
    Deiner ewigen Wärme
    Heilig Gefühl,
    Unendliche Schöne!
    Daß ich dich fassen möcht
    In diesem Arm!

    Interpretation dazu

    Satz

    Reiß Erde! Reiß entzwei! Ihr Berge brecht und decket
    Den ganz verzagten Geist.
    Den Blitz und ach und Not / und Angst / und Weh erschrecket!
    Und herbe Wehmut beißt!
    Ihr immer-lichten Städter Himmel Lichter!
    Ach bescheinet meine Glieder! Ach bescheint die Glieder nicht! ...

    (Gryphius)

    Es ist alles eitel (Ronsard-Typ)

    Du siehst, wohin du siehst, nur Eitelkeit auf Erden.
    Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein;
    Wo jetzund Städte stehn, wird eine Wiese sein,
    Auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden.

    Was jetzund prächtig blüht, soll bald zertreten werden;
    Was jetzt so pocht und trotzt, ist morgen Asch und Bein;
    Nichts ist, das ewig ist, kein Erz, kein Marmorstein.
    Jetzt lacht das Glück uns an, bald donnern die Beschwerden.

    Der hohen Taten Ruhm muß wie ein Traum vergehn. 
    Soll denn das Spiel der Zeit, der leichte Mensch, besteh?
    Ach, wie ist alles dies, was wir vor köstlich achten,

    Als schlechte Nichtigkeit, als Schatten, Staub und Wind,
    Als eine Wiesenblum, die man nicht wieder findt!
    Noch will, was ewig ist, kein einig Mensch betrachten.

    (Gryphius)

     
    2.6.7 Lied
     
     
    DEFINITION
     
         
    • sangbare lyrische Gattung 
    • besteht aus mehreren gleichgebauten und gereimten Strophen
  • wichtigste und schlichteste Form der Lyrik
  • Wortbedeutung: germ.: (allg.) Gesungenes
  • "reinster und unmittelbarster Ausdruck menschlichen Gefühls in seiner Wechselbeziehung zur Natur, durchgestaltet von Rhythmus und Melodie der zugrunde lie genden Gestimmtheit, daher in nahem Verhältnis zur Musik und dem Streben zur Vertonung als Vollendung seines Wesens"
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     LIEDARTEN - GLIEDERUNG
     
    Entstehung
    Inhalt
    Gesellschaftliche Zuordnung
    • Volkslied
    • Kunstlied
  • geistlich-religiöse Lieder (z.B. Marienlieder)
  • weltliche Lieder (z.B. Liebeslieder)
  • höfisches Lied
  • Studentenlieder
  • Soldatenlieder
  • Kinderlieder
  • VOLKSLIED
     
    KUNSTLIED
    • Schlichtheit des Textes
    • einfache Form, meist klar gebaute vierzeilige gereimte Strophe, bestehend aus Vieroder Dreitaktern, häufig mit Kehrreim
    • untrennbar mit einer Melodie verbunden
    • Leben im Volke (Volksläufigkeit)
    • Verfasser meist nicht bekannt
    • völkstümliche Lieder: Kunstlieder namentlich bekannter Verfasser, die den Stil des Volksliedes nachahmen
     
    • keine Grenzen in der Stoffwahl 
    • sprachliche Bewußtmachung einfacher, allgemein-menschlicher Erlebnisbereiche
    • Übernahme fremder Formen
    • Verfasser nach Namen und Eigenart bekannt

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    Gedicht.doc
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    IralienreiseZusammengestellt von Heribert Ohlmann
    Ver NETZ t von Helmut Kerber