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Rhetorische Figur
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Definition
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Beispiel
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| Parataxe (parataktischer
Satzbau) |
Satzreihung:
Nebeneinanderstellung von ähnlichen Hauptsätzen |
Die
Kutsche kam an. Der Herzog stieg aus. Das Fest begann. |
| Hypotaxe (hypotaktischer
Satzbau) |
Satzgefüge:
Aneinanderreihung von Haupt- und Nebensätzen |
Als
der Mann, der sehr betrunken war, aus der Gaststätte trat, stürzte
er. |
| Satzarten |
a) Aussagesatz
b) Ausrufesatz
c) Aufforderungssatz, Befehlssatz
d) Fragesatz: Entscheidungsfrage,
Ergänzungsfrage |
Der
Zug kommt an. Hier hat man doch keine Ruhe! Verlassen Sie sofort das Lokal! |
| Inversion |
Umstellung
der normalen Wortfolge |
Aufwärts
geht es nun! |
| Ellipse |
verkürzter
Satz (durch Auslassung von Wörtern) |
Was
nun? (für: Was machen wir nun?) |
| Parenthese |
Einschub eines
Satzes oder einer Wortfolge in einen Satz (Trennung durch Gedankenstrich) |
Dieses Gesetz
- das haben wir immer gefordert - muß
verbessert werden. |
| Parallelismus |
gleichartige
Satzkonstruktion |
Lang
war der Weg, kurz war der Kampf. |
| Chiasmus |
Überkreuzstellung,
spiegelbildliche Vertauschung der Wortstellung |
"Die
Kunst ist lang, und kurz ist unser Leben." (Goethe: Faust I) |
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Rhetorische Figur
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Definition
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Beispiel
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| Akkumulation |
Reihung von
Begriffen zu einem - genannten oder nicht genannten - Oberbegriff |
"Nenn’s
Glück! Herz! Liebe! Gott!" |
| Allegorie |
bildhafte Darstellung
eines abstrakten Begriffes
s. auch: Theologie als Allegorie |
Waage
(Bedeutung: Gerechtigkeit!)
Knochenmann
mit Sense (Bedeutung: Tod) |
| Alliteration |
Stabreim: gleiche
Buchstaben im Wort- oder Silbenanfang |
bei
Wind
und Wetter
mit Kind
und
Kegel |
| Anapher |
Wiederholung
gleicher Satzanfänge |
Wie
herrlich leuchtet mir die Natur!
Wie glänzt
die Sonne!
Wie lacht die
Flur!
(Goethe: Mailied) |
| Anspielung |
(versteckter)
Hinweis auf eine Person, einen Sachverhalt oder eine Begebenheit |
"Ich
will nichts anders jetzt sein als der erste Soldat des Deutschen Reiches."
(Hitler-Rede,
1.9.1939: Anspielung auf Friedrich den Großen: "der erste Diener
des Staates") |
| Antithese |
Gegenüberstellung,
Gegensatz |
gut
und böse, arm und reich
Des einen Sieg
ist des anderen Niederlage. |
| Archaismus |
veralteter
Ausdruck |
Jungfer
(statt: Mädchen) Zu welchem Behufe? (statt:
Warum? Zu welchem Zweck?) |
| Emphase (emphatischer
Wortgebrauch) |
Betonung, Nachdruck:
besondere Hervorhebung eines Wortes |
Oh
Kinder, Kinder - es ist zum Verzweifeln! Ich würde
es so etwas nie tun! |
| Epipher |
Wiederholung
wichtiger Wörter an Vers-/Satzenden; Gegensatz zu Anapher |
"Doch
alle Lust will Ewigkeit-, /
will tiefe,
tiefe Ewigkeit!" |
| Euphemismus |
beschönigender
oder verharmlosender Ausdruck! |
entschlafen
(statt: sterben) beseitigen (statt: umbringen) |
| Hendiadiadyoin |
Verknüpfung
zweier sinnverwandter (synonymer) Wörter, meist Substantive |
"Beistand
und Hilfe"
"einzig und
allein" |
| Hyperbel |
Übertreibung |
Er hat Hände
wie ein Pflug. Er ist fuchsteufelswild. |
| Ironie |
das Gegenteil
dessen, was gemeint ist |
Du
bist mir vielleicht ein Held! |
| Klimax |
stufenweise
Steigerung einer Aussage |
Für
diese Arbeit brauchen wir ja Wochen, Monate, Jahre! |
| Lautmalerei
(Onomatopoesie) |
den Klang oder
den Naturlaut einer Sache nachahmende Wörter |
knistern,
klirren, knarren, Kikeriki! Kuckuck! |
| Litotes |
Bejahung durch
doppelte Verneinung. Milderung des Gesagten |
"Nicht
unschön" -
"Er war nicht
gerade ein Held." |
| Metapher |
bildhafter
Ausdruck
s. auch unter Semantik |
Dieser
Politiker ist ein Fuchs. Sein Redefluß war nicht zu bremsen. |
| Metonymie |
Ersetzung eines
gebräuchlichen Wortes durch ein anderes, das zu ihm in unmittelbarer
Beziehung steht: z.B. Autor für Werk, Ursache für Wirkung, Gefäß
für Inhalt, Ort für Person |
"Er
hat den ganzen Büchner gelesen." - "Hüte deine Zunge!" - "Er
hat zwei Glas getrunken." - "Moskau hat noch nicht geantwortet." |
| Neologismus |
Wortneuschöpfung,
Neubildung eines Wortes |
Petitesse
(statt: Kleinlichkeit), Kaputtnik (aus: kaputt
+ Sputnik) |
| Oxymoron |
Verbindung
zweier Vorstellungen ,die sich ausschließen; contradictio in adiecto. |
"Bittere
Süße" -
"schwarze Milch
der Frühe" |
| Paradox |
scheinbarer
Widerspruch |
Das
Leben ist der Tod, und der Tod ist das Leben. |
| Paronomasie |
Wortspiel durch
Verbindung von Wörtern, die klangähnlich oder auf gleichen Wortstamm
zurückzuführen sind |
"Betrogener
Betrüger"
"Eile mit Weile" |
| Periphrase |
Umschreibung
eines Begriffs, eines Gegenstands oder einer Eigenschaft |
das
Auge des Gesetzes (statt: Polizei) |
| Personifikation
(personifizieren) |
Vermenschlichung
von Gegenständen oder von abstrakten Begriffen |
Mutter
Natur
Das Auto wollte
nicht auf mich hören. |
| Pleonasmus |
Wiederholung
eines charakteristischen semantischen Merkmals des Bezugswortes |
"weißer
Schimmel"
"grünes
Gras" |
| Refrain |
ständig
wiederkehrender Reim (vor allem bei Liedern) |
"Herrlich
Berge, sonnige Höhen, Bergvagabunden sind wir, ja wir." (Lied:
Wenn wir erklimmen) |
| Rhetoriche
Frage |
Scheinfrage:
eine Frage, deren Antwort schon vorgegeben ist |
Bin
ich vielleicht dein Diener? |
| Sarkasmus |
zu Hohn und
Spott gesteigerte Ironie |
"Und
wird uns der ganze Verlag verboten,
So schwindet
am Ende von selbst die Zensur." (Heine: Bei des Nachtwächters
Ankunft zu Paris). |
| Slogan |
Schlagwort:
Wörter, die in treffender Form ein (politisches) Programm verkürzt
wiedergeben |
Volk
ohne Raum
entartete Kunst |
| Superlativ |
Wort in Steigerungsform |
der
heiligste Krieg
unser bester
Mann |
| Symbol |
Sinnbild, konkrete
Bezeichnung mit abstrakter Bedeutung |
In
dem Dorf war finstere Nacht.
(1. Tageszeit, 2. Rückständigkeit) |
| Synekdoche |
Ein Teil steht
für das Ganze (pars pro toto). |
"Klinge"
für "Schwert"
"Dach" für
"Haus" |
| Synonym |
sinnverwandtes
Wort, Wort mit vergleichbarer Bedeutung |
der
Lauf - das Rennen
Kopf - Haupt |
| Tautologie |
Wiederholung
eines Begriffs bzw. Ersetzung durch ein sinnverwandtes Wort (häufig
in Zwillingsformeln). |
"Persil
bleibt Persil"
"immer und ewig" |
| Understatement |
Unterbewertung:
ironische Herabsetzung |
Goethe
war ein ziemlich guter Dichter. |
| Vergleich |
bildhafter
Hinweis auf einen Bereich (Vergleichswort: wie) |
Er
hat Augen wie ein Luchs.
Sie weint wie
ein Kind. |
| Wortspiel |
geistreiches
Spielen mit Ausdrücken, um eine witzige Wirkung zu erzielen |
"Es
ahndet nicht so ein junger Maulheld,
Warum der Mensch
am End das Maul hält."
(Heine: An den Nachtwächter) |
| Zeugma |
Ungewohnte
Zuordnung verschiedener Satzglieder, meist des Prädikats, zu unterschiedlichen
Objekten |
"Er
schlug die Stühl’ und Vögel tot."
"Er hob die
Augen und das Bein 'gen Himmel." |