Lyrik
2.5.4 Antike Strophen
 
DISTICHON
   
ODE
 
  • Zweizeiler, Doppelvers 
  • Insbesondere die Verbindung von Hexameter und Pentameter 
  • Besonders für Epigramme und Elegien
   
  • Form des Weihevollen, Feierlich - Erhabenen
 
   
FORMEN
   
ALKÄISCHE STROPHE
ASKLEPIADEISCHE STROPHE
SAPPHISCHE STROPHE
    benannt nach dem gr. Dichter Alkaios, einem Zeitgenossen der Sappho aus Lesbos (600v.Chr.) benannt nach dem gr. Dichter Asklepiades aus Samos (270v.Chr.) benannt nach der gr. Dichterin Sappho aus Lesbos (600v.Chr.)
   
  • 4 Verse 
  • V.1-2: 11Silbler 
  • V.3: 9Silbler 
  • V.4: 10Silbler 
  • Metrum: Jambus, im Schlußvers: 2 Daktylen u. 2 Troachäen 
  • im Deutschen meist trochäisch
  • in allen Versen Wechsel von Trochäen und Daktylen 
  • entscheidendes Kennzeichen: Mittelzäsur in den ersten beiden Versen
  • vierzeilige Strophe 
  • 3 gleichlautende Elfsilbler 
  • Trochäen mit eingeschobenem Daktylus 
  • alle Versausgänge weiblich
Eine große Epoche hat das Jahrhundert geboren, //
Aber der große Moment findet ein kleines Geschlecht.

(Goethe/Schiller: Xenien)

  An die Parzen

Nur einen Sommer gönnt, ihr Gewaltigen!
Und einen Herbst zu reifem Gesange mir,
Dass williger mein Herz, vom süßen
Spiele gesättigt, dann mir sterbe

Die Seele, der im Leben ihr göttlich Recht
Nicht ward, sie ruht auch drunten im Orkus nicht;
Doch ist mir einst das Heilige, das am
Herzen mir liegt, das Gedicht, gelungen,

Willkommen dann, o Stille der Schattenwelt!
Zufrieden bin ich, wenn auch mein Saitenspiel
Mich nicht hinab geleitet; Einmal
lebt ich, wie Götter, und mehr bedarfs nicht.
(Hölderlin)

Der Zürchersee

Schön ist, Mutter Natur, deiner Erfindung Pracht
Auf die Fluren verstreut, schöner ein froh Gesicht,

Das den großen Gedanken
Deiner Schöpfung noch einmal denkt.

...

An die Parzen

Einen Sommer gönnt, ihr Gewaltgen! Einem
Herbst mir nur zu reifem Gesange, daß mein
Herz, vom süßen Spsiele gesättigt, dann mir
williger sterbe.

Der ihr göttlich Recht nicht im Leben ward, sie
ruht, die Seel, auch drunten im Orkus nicht. Doch
ist das Heilige einst, mir am Herzen, das Gedicht mir gelungen,

Dann willkommen, Stille der Schattenwelt! Zufrieden bin ich, wenn auch mein Saitenspiel mir nicht hinabfolgt. Einmal, wie Götter, lebt ich, 
und: mehr bedarfs nicht.

(Weinheber)

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IralienreiseZusammengestellt von Heribert Ohlmann
VerNETZt von Helmut Kerber
STROPHE.DOC