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Lyrik

Eichendorff || Rühmkorf

Das zerbrochene Ringlein
Auf eine Weise des J. v. Eichendorff
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Text [...]

Eichendorff
Das zerbrochene Ringlein
 
In einem kühlen Grunde
Da geht ein Mühenrad,
Mein' Liebste ist verschwunden,
Die dort gewohnet hat.

Sie hat mir Treu versprochen,
Gab mir ein'n Ring dabei.
Sie hat die Treu' gebrochen,
Mein Ringlein sprang entzwei.

Ich möcht' als Spielmann reisen
Weit in die Welt hinaus,
Und singen meine Weisen,
Und gehn von Haus zu Haus.

Ich möcht' als Reiter fliegen
Wohl in die blut'ge Schlacht,
Um stille Feuer liegen
Im Feld bei dunkler Nacht.

Hör ich das Mühlrad gehen:
Ich weiß nicht, was ich will -
Ich möcht am liebsten sterben,
Da wär's auf einmal still!

Joseph von Eichendorff (1788 - 1857)

Auf eine Weise des Joseph Freiherrn von Eichendorff
Peter Rühmkorf

In meinem Knochenkopfe
da geht ein Kollergang,
der mahlet meine Gedanken
ganz außer Zusammenhang.

Mein Kopf ist voller Romantik,
meine Liebste nicht treu -
Ich treib in den Himmelsatlantik
und lasse Stirnenspreu.

Ach, wär ich der stolze Effendi ,
der Gei- und Tiger hetzt,
Wenn der Mond, in statu nascendi,
seine Klinge am Himmel wetzt!-

Ein Jahoo, möcht' ich lallen
lieber als introvertiert
mit meinen Sütterlin-Krallen
im Kopf herumgerührt.

Ich möcht am liebsten sterben
im Schimmelmonat August -
Was klirren so muntere Scherben
in meiner Bessemer-Brust?!

 
 
 
 
 
 
 
 

 

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