HOME SUCHE DEUTSCH RELIGION KONTAKT IMPRESSUM © 2008 H. Kerber
http://www.kerber-net.de
Standort:
Fachbereich Deutsch
Lyrik

Heinrich Heine

Lotosblume [Nutzungshinweis]
 
Vorschau ==>>
Interpretation [2 1/2 Seiten]
H. Heine
Lotosblume
 
Nachgelesene Gedichte 1845 - 1856
III. Abteilung: Lamentationen


Wahrhaftig, wir beide bilden
Ein kurioses Paar,
Die Liebste ist schwach auf den Beinen,
Der Liebhaber lahm sogar.

Sie ist ein leidendes Kätzchen,
Und er ist krank wie ein Hund,
Ich glaube, im Kopfe sind beide
Nicht sonderlich gesund.

Vertraut sind ihre Seelen,
Doch jedem von beiden bleibt fremd
Was bei dem andern befindlich
Wohl zwischen Seele und Hemd.

Sie sei eine Lotosblume,
Bildet die Liebste sich ein;
Doch er, der blasse Geselle,
Vermeint der Mond zu sein.

Die Lotosblume erschließet
Ihr Kelchlein im Mondenlicht,
Doch statt des befruchtenden Lebens
Empfängt sie nur ein Gedicht.

Heinrich Heine: Buch der Lieder
Lyrisches Intermezzo


Die Lotosblume ängstigt

Die Lotosblume ängstigt
Sich vor der Sonne Pracht,
Und mit gesenktem Haupte
Erwartet sie träumend die Nacht.

Der Mond, der ist ihr Buhle,
Er weckt sie mit seinem Licht,
Und ihm entschleiert sie freundlich
Ihr frommes Blumengesicht.

Sie blüht und glüht und leuchtet,
Und starret stumm in die Höh;
Sie duftet und weinet und zittert
Vor Liebe und Liebesweh.

[Siehe: Struktur ]

 
 
 
 
 
 
 
 

 

→ Lupe zeigt Grafik an
[ Stark verkleinert]


Hintergrundgrafik: Heinrich Heine [Wikipedia] - Gemeinfreiheit - public domain
Bildunterschrift: "So sah ich aus heute Morgen, den 6ten April 1829

© H. Kerber 1994 | 1996 | 2008



Intervall 30 Minuten
Deutsche | Lyrik