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Fachbereich Deutsch
Lyrik

Friedrich Schiller
Das Lied von der Glocke
 
Auszug
Der Mann muss hinaus 
ins feindliche Leben
....

Und drinnen waltet 
Die züchtige Hausfrau,
Die Mutter der Kinder,
Und herrschet weise
In häuslichem Kreise,
Und lehret die Mädchen
Und wehret den Knaben,
Und reget ohn Ende
Die fleißigen Hände;
Und mehrt den Gewinn
Mit  ordnendem Sinn.
Und füllet mit Schätzen die duftenden Laden,
Und dreht um die schnurrende Spindel den Faden,
Und sammelt im reinlich geglätteten Schrein
Die schimmernde Wolle, den scheeigten Lein,
Und füget zum Guten den Glanz und den Schimmer,
Und ruhet nimmer.
 

SITA STEIN

Ein Glied von Schillers Locke

Und drinnen waltet die putzsüchtige Hausfrau:
Sie füttert im Stalle die hochfrüchtige Haussau,
die Mutter der Vierpfünder,
mit Futter für vier Münder,
und lebet weise
und webet leise
und lehret die Mädchen
und mehret die Lädchen
und stricket und webet
und wickelt und strebet,
Gewinne zu mehren,
der Minne zu wehren,
und müht sich ohn Ende, mit Fleiße zu sticken,
die Strümpfe zu stopfen, die Steiße zu flicken,
und füllet mit Schätzen und hehren Laken
die Schreine, die Truhen, die leeren Haken
und spinnet zum Faden die schimmernde Wolle
und findet zum Spaten die wimmernde Scholle
und nutzet die Kräfte und ganze Glut
und zeigt sich im festlichen glanze gut - 
trotz scheußlichem Harm -
mit häuslichem Charme!

Original | "Parodie" [Wikipedia]

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