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Fachbereich Deutsch
Prosa
Bertolt Brecht
Wenn Herr K. einen
Menschen liebte
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(Ansätze zu einer Interpretation)
Herr K. = Herr Keuner (= Keiner), Vgl. „Jedermann“, „Biedermann“
1. Textproblem
2. Textentstehung, Intention
3. Textsorte
4. Inhaltsstruktur, gedanklicher
Aufbau
5. Formanalyse
6. Intention
1.
Textproblem: Das angemessene Verhalten einem geliebten Menschen
gegenüber: ein Bildnis von ihm entwerfen
2.
Textentstehung / Intention:
* Geschichten vom Herrn Keuner, in: „Kalendergeschichten“
* Auseinandersetzung mit der Bibel: „Welches ist Ihr
liebstes Buch?“ „Sie werden staunen, die Bibel.“
* Gegenposition zur Bibel
* Jüdisches Bilderverbot / Verbot des Bilderkultes:
Ex 40f,; 20,32; 23,24; Lev 19,4; Num 33,52;
Dt 4,15-25
3.
Textsorte
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Aphoristische Erzählung als Dialog, eingefügt
in: „Kalendergeschichten“ |
| APHORISMUS: |
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Epische Kleinform (häufig nur ein Satz), in der
eine Erkenntnis in knapper, geschliffener, geistreicher Form (Antithesen,
Paradoxon; Chiasmus, Parallelismus, Metapher) wirkungsvoll formuliert wird.
Er steht häufig im Widerspruch zu allgemein verbreiteten Anschauungen.
Der Leser soll zum kritischen Denken veranlasst werden. |
| DIE KALENDERGESCHICHTE |
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Gattungsmerkmale |
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Die Kalendergeschichte ist eine kurze, volkstümliche,
oft unterhaltende Erzählung, , die stets auf Belehrung ausgerichtet
ist. Sie vereinigt mit wechselnder Gewichtung Elemente aus Anekdote, Schwank,
Legende, Sage, Bericht und Satire. |
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Sie entstand im Zusammenhang mit der Entwicklung des
gedruckten Kalenders. |
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Bedeutende Verfasser von K. sind: J. P. Hebel, Jer. Gotthelf,
P. Rosegger, |
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Sie wird häufig aus Kalendern herausgelöst
und in Sammelbänden publiziert (J. P. Hebel: "Schatzkästlein
des rheinischen Hausfreundes") |
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Im 20. Jhdt wurde sie aus der Bindung an den Kalender
befreit und als selbständige Kunstform gehandhabt, s. B. Brecht: Kalendergeschichten) |
4.
Inhaltsstruktur / gedanklicher Aufbau
a) Entwurf eines Abbildes, das dem Urbild ähnlich
sein muss
b) Entwirf eines Planes, nach dem sich die gemeinte Person,
richten, entwickeln kann + Kommentar: Entwurf muss die Eigenschaften und
Möglichkeiten enthalten, die der betreffende Mensch in der Vorstellung
des Entwerfenden hat. Diese setzt er so zusammen, dass der beste mit diesen
Elementen mögliche Plan entsteht; bestimmte Eigenschaften müssen
hervorgehoben, andere zurückgedrängt werden.
5.
Formanalyse
* Syntax: Gliederung durch Wechsel von Fragen und Antwort
(2x), jeweils getrennt durch
Gedankenpausen, im zweiten Teil Ellipsen zur Hervorhebung
des Wichtigen, Elision des Unwichtigen.
* Semantik: · Bewusste, ungewöhnliche Textverflechtung
durch Personalpronomen
6.
Intention
=>Den Leser verunsichern nachdenklich machen, aufhorchen
lassen
· Durch Schlußellipse / Apostroph = Hervorhebung
des ungewohnten, gegen Gedankengewohnheit verstoßenden, gegenläufigen
Gedankens. |
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