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Fachbereich Deutsch
Prosa
Theodor Fontane
Effi Briest
 
Das Motiv der Schaukel

Von Innstetten beugt sich dem Gesetz eines als inhaltsleer und lebensfeindlich durchschauten Ehrbegriffs: 
„Diese Komödie muss ich nun fortsetzen und muss Effi wegschicken und sie ruinieren und mich mit [...].“
Dies verdeutlicht - als Sinnbild einer Gegenwelt - die Schaukel Effis im Garten des Elternhauses. 
„Effi, eigentlich hättest du doch wohl Kunstreiterin werden müssen. Immer am Trapez, immer Tochter der Luft. Ich glaube fast, dass du so etwas möchtest", 
vermutet die Mutter. Nach Hause zurückgekehrt, überlässt sich Effi noch einmal ihrem Element:
„Sie sprang hinauf mit einer Behendigkeit wie in ihren jüngsten Mädchentagen, und ehe sich noch der Alte, der ihr zusah, von seinem halben Schrecken erholen konnte, huckte sie schon zwischen den zwei Stricken nieder und setzte das Schaukelbrett durch ein geschicktes Auf- und Niederschnellen ihres Körpers in Bewegung. Ein paar Sekunden noch, und sie flog durch die Luft, und bloß mit einer Hand sich haltend, riss sie mit der anderen ein kleines Seidentuch von Brust und Hals und schwenkte es wie in Glück und Übermut." 
Als „Tochter der Luft" steht Effi Briest in Beziehung zu etwas Elementarem, das außerhalb der gesellschaftlich geprägten und daher gebundenen Lebenssphäre liegt.

[Aus: Christoph Wetzel, Lexikon der Autoren und Werke, Stuttgart, Klett 1986, S. 70]

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Bildhintegrund: Brief Fontanes an seine Frau Emilie, London 10. Juni 1857


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