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Fachbereich Deutsch
Prosa

Ulrich Plenzdorf
Die neuen Leiden des jungen W.
 

Die neuen Leiden des jungen W.
Erich Honecker 
Über Kunst im Sozialismus
Bericht des Politbüros auf der vierten Tagung des ZK der SED, Dezember 1971
Wenn man von der festen Position des Sozialismus ausgeht, kann es meines Erachtens auf dem Gebiet von Kunst und Literatur keine Tabus geben. Das betrifft sowohl die Fragen der inhaltlichen Gestaltung als auch des Stils - kurz gesagt: die Fragen dessen, was man die künstlerische Meisterschaft nennt. [...] 
Unsere Partei und unser Staat sind daran interessiert, die Lösung unserer großen gesellschaftlichen Aufgaben in unmittelbarer Tuchfühlung mit unseren Künstlern zu bewältigen. [...] 
Wir begrüßen den offenherzigen, sachlichen und schöpferischen Meinungsstreit und wünschen, dass er sich noch lebhafter entfaltet. Das wird der höheren Qualität und Wirksamkeit unserer sozialistischen Literatur und Kunst zugute kommen. [...] 
Wir wollen die Künstler mit dem ganzen Reichtum ihrer Handschriften und Ausdrucksweisen auf die Fülle der Lebensäußerungen unserer Zeit orientieren. [...] 

Bericht des Politbüros auf der neunten Tagung des ZK der SED, Mai 1973 
Tatsächlich legt unsere gesellschaftliche Entwicklung ein weites Feld für künstlerisches Schöpfertum frei, das sich von festen sozialistischen Positionen aus an den verschiedensten Themen, in den verschiedensten Ausdrucksweisen entfalten kann. Nur von solchen festen Positionen aus - und dazu gehört bekanntlich auch die sozialistische Ethik - wird es sich letztlich auch voll entfalten. Nur so ist es den Künstlern möglich, überzeugende Antworten auf die Fragen des Lebens zu finden, die die Bürger unserer Republik von ihnen erwarten dürfen. 
[...] Nicht in jedem Fall führte auch das berechtigte Bestreben, echte Probleme der Entwicklung unserer sozialistischen Gesellschaft und ihrer Menschen aufzuwerfen und zu erfassen, zu einer niveauvollen und gültigen literarischen und künstlerischen Gestaltung. Manches mutet Bürgern unserer Republik, die sich mit ihrem sozialistischen Staat fest verbunden fühlen, Arbeitern, Genossenschaftsbauern und Angehörigen der Intelligenz, die ihn aufgebaut haben und Hervorragendes für seinen weiteren Fortschritt leisten, zu viel Selbstverleugnung zu. Sie stellen, und wir meinen: mit Recht, in Abrede, dass bestimmte Kunstwerke zur weiteren Herausbildung sozialistischer Denk- und Verhaltensweisen beitragen. [...] 
Menschen von Fleisch und Blut, tatkräftige, vorwärtsstrebende, ihr gesellschaftliches Sein und sich dabei selber verändernde Menschen, spüren nicht den Atem unserer Epoche des Sieges des Sozialismus, wenn künstlerische Darstellungen ihre Leistungen herabwürdigen. 
[...] Die in verschiedenen Theaterstücken und Filmen dargestellte Vereinsamung und Isolierung des Menschen von der Gesellschaft, ihre Anonymität in Bezug auf die gesellschaftlichen Verhältnisse machen schon jetzt deutlich, dass die Grundhaltung solcher Werke dem Anspruch des Sozialismus an Kunst und Literatur entgegensteht. Wir würden es begrüßen, wenn die Künstlerverbände und die Akademie der Künste der DDR die schöpferische Diskussion über solche Probleme führen und dass sie dort, wo dies am Platze ist, auch kritisch zu Kunstwerken Stellung nehmen. Auf der Grundlage unserer marxistisch - leninistischen Wissenschaft kann im sachlichen, prinzipiellen Meinungsstreit zwischen Gleichgesinnten und Gleichstrebenden am besten erreicht werden, das Gelungene zu würdigen, Anregungen für weitere Vorhaben zu vermitteln, das weniger Gelungene offen zu kritisieren und dem Sozialismus fremden Ideologien und Verhaltensweisen entgegenzutreten. 

[Quelle: Neues Deutschland vom 18. Dezember 1971; Neues Deutschland vom 29. Mai 1973]
© H. Kerber 2002 / 2004
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