| 1900 |
Am 19.11.1900 wird Netty
Reiling als Tochter des Kunsthändlers Isidor Reiling
in Mainz geboren |
| 1920-1924 |
Studium der Kunstgeschichte,
Geschichte, Philologie, Sinologie an den Universitäten
Heidelberg und Köln |
| 1924 |
Promotion über "Jude
und Jugendtum im Werk Rembrandts".
In der "Frankfurter Zeitung
und Handelsblatt" erscheint in der Weihnachtsausgabe
unter dem Pseudonym Antje
Seghers die erste epische Arbeit: "Die Toten
von der Insel Djal- Eine Sage aus dem Holländischen". |
| 1925 |
heiratete sie den ungarischen
Soziologen und Wirtschaftswissenschaftler László Radványi
(1876-1933). (er nennt sich später Johann- Lorenz Schmidt); aus dieser
Ehe gehen zwei Kinder hervor. |
| 1927 |
Die Erzählung "Grubetsch"
erscheint unter dem Pseudonym Seghers in der "Frankfurter Zeitung
und Handelsblatt" (10.- 23.3.) |
| 1928 |
Bereits ihr Novellenerstling
Der
Aufstand der Fischer von St. Barbara (1928), für den
Seghers 1928 auf Vorschlag Hans Henny Jahnns den Kleist-Preis erhielt,
nimmt entschieden Partei gegen soziale Unterdrückung und Ungerechtigkeit. |
| 1928 |
trat Seghers der Kommunistischen
Partei Deutschlands (KPD), |
| 1929 |
dann dem Bund proletarisch-revolutionärer
Schriftsteller bei. Ihr Roman Der Kopflohn,
der 1933 erschien, beschreibt den Einbruch der faschistischen Ideologie
in eine dörfliche Gemeinschaft. |
| 1930 |
Teilnahme an der II. Konferenz
proletarisch - revolutionärer Schriftsteller in Charkow (6.11.-15.11.). |
| 1933 |
kurzzeitig inhaftiert, floh
Seghers noch im gleichen Jahr über Frankreich und Spanien nach
Mexiko.
Mitherausgeberin der "Neuen
Deutschen Blätter", die von 1933- 1935 in Prag erschienen. |
| 1934 |
Reise nach Österreich;
Studien für Roman "Der Weg durch den Februar". |
| 1935 |
Teilnahme am internationalen
Schriftstellerkongreß zur Verteidigung der Kultur in Paris (21.-
25.6.). Arbeit an "Die Rettung". |
| 1936 |
Die "Schönsten
Sagen vom Räuber Woynok" entstehen. |
| 1937 |
Teilnahme am internationalen
Schriftstellerkongress in Valencia- Madrid- Barcelona- Paris (4.- 7.7.).
"Sagen von Artemis" entstehen;
Beginn der Arbeiten an "Das siebte Kreuz" (1939 in Parisabgeschlossen). |
| 1938 |
Teilnahme am III. Internationalen
Schriftstellerkongresss in Paris (25.7.). Arbeit am Roman Das
siebte Kreuz |
| 1939 |
Nach Kriegsausbruch Internierung
von Johann - Lorenz Schmidt in Le Vernet. |
| 1940 |
Flucht von Paris
nach
Marseille. Aufnahme der Arbeit an "Transit"
(1943 abgeschlossen). |
| 1941 |
Einschiffung in Marseille
(18.3.); nach Zwischenaufenthalten in Oran und Casablanca, Martinique und
San Domingo über Ellis Island (16.6.) nach Mexiko. Mitarbeit
an den Zeitschriften "Freies Deutschland" und "Demokratische Post"; Präsidentin
des Heinrich- Heine- Clubs (Nov. 1941- 1.2.1946); weitere Funktionen in
Exilorganisationen. |
| 1943 |
Lebensgefährliche Verletzungen
durch einen Verkehrsunfall (25.6.). Die Mutter der Autorin wird
in Auschwitz umgebracht. Anna Seghers wird Ehrenpräsidentin der Bewegung
"Freies Deutschland". 1943/ 1944 entsteht die Erzählung "Der
Ausflug der toten Mädchen". |
| 1944 |
Anna Seghers nimmt die Arbeit
an "Die Toten bleiben jung" auf (1949 abgeschlossen).
Weltruhm erlangten die Romane
Das
siebte Kreuz (1942), verfilmt 1944 von F. Zinnemann) und Transit
(span. 1944, dt. 1948). |
| 1947 |
Über Frankreich und
Schweden
Rückkehr nach Berlin (22.4.). Verleihung des Bücher-
Preises Darmstadt. Teilnahme am I. (gesamtdeutschen) Schriftstellerkongress
in Berlin (4.- 10.10). |
| 1948 |
Reise in die Sowjetunion
(April/ Mai). Teilnahme am Weltkongreß der Kulturschaffenden in Wroclaw
(25.- 28.8.) |
| 1949 |
Teilnahme am Weltfriedenskongress
in Paris/ Prag (20.- 25.4.). Im gleichen Jahr wird sie Staatsbürgerin
der DDR und Mitglied der SED. |
| 1950 |
Anna Seghers wird Mitglied
des Weltfriedenrates und nimmt in den folgenden Jahren an zahlreichen Kongressen
teil. Gründungsmitglied der Deutschen Akademie derKünste der
DDR (24.3.). |
| 1951 |
Reise nach China. Auszeichnung
mit Nationenpreis I. Klasse (erneut 1959 und 1971) und Stalin- Friedenspreis. |
| 1952 |
Anna Seghers wird Vorsitzende
des Deutschen Schriftstellerverbandes (später Schriftstellerverband
der DDR). Johann- Lorenz Schmidt kehrt aus der Emigration zurück.
Als Exponentin der DDR - Literatur war sie von |
| 1952-1978 |
Präsidentin des
Schriftstellerverbandes der DDR und erhielt 1951, 1959 und 1971 den Nationalpreis
der DDR.
Die während dieser
Zeit entstandenen Romane sind der Literaturauffassung des sozialistischen
Realismus verpflichtet. Dennoch wird auch in ihnen der Einfluß von
Autoren wie Franz Kafka oder John Dos Passos deutlich, die nach den offiziellen
Schreibvorgaben der Kunstdoktrin als formalistisch gebrandmarkt waren. |
| 1954 |
Reise in die Sowjetunion
anläßlich des II sowjetischen Schriftstellerkongresses (15.-
26.12); mehrwöchige Archivstudien zu Tolstoi. Aufnahme der Arbeit
an "Die Entscheidung" (1959 abgeschlossen). |
| 1959 |
Ehrendoktor der Uni Jena. |
| 1960 |
Vaterländischer Verdienstorden
in Gold. |
| 1965 |
Internationales Schriftstellertreffen
in Berlin und Weimar (14.- 22.5.). Auszeichnung mit dem Karl- Marx- Orden
(erneut 1969). |
| 1975 |
Kulturpreis des Weltfriedensrates.
Ehrenbürgerin von Berlin/ DDR. |
| 1977 |
Schwere Krankheit. Die Johannes-
Gutenberg- Uni in Mainz verleiht Anna Seghers die Ehrenbürgerschaft. |
| 1980 |
Auszeichnung als "Held der
Arbeit". |
| 1981 |
Anna Seghers erhält
den sowjetischen Orden der Oktoberrevolution und die Ehrenbürgerschaft
der Stadt Mainz. |
| 1.06.1983 |
Anna Seghers stirbt in Ost - Berlin |
|
In ihren Romanen
beleuchtet Seghers Aspekte der Zeitgeschichte aus sozialistischer Perspektive,
so etwa im Roman
Der
Weg durch den Februar (1935), welcher den sozialistischen
Aufstand in Wien 1934 thematisiert. International bekannt wurde sie mit
Das
siebte Kreuz. Roman aus Hitlerdeutschland (1942)
über die abenteuerliche Flucht von sieben KZ-Häftlingen, die
alle bis auf einen wieder gefangengenommen werden. Das Werk wurde 1944
unter der Regie von Fred Zinnemann erfolgreich verfilmt. Seghers’ Roman
Transit
(1944) schildert in Detailstudien das Flüchtlingsleben in Marseille,
während
Die
Toten bleiben jung (1949) eine umfassende Analyse der Entwicklung
Deutschlands zwischen 1918 und 1945 unternimmt. |