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Verbrennung „undeutscher Schriften“ in Berlin |
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Erste öffentliche Bücherverbrennungen
Auftakt der Verfolgung von Intellektuellen, Andersdenkenden und
Juden: Reichsweit verbrennen die Nationalsozialisten Bücher ihnen
nicht genehmer Schriftsteller.
In zahlreichen Städten hatten die Nationalsozialisten Bibliotheken
geplündert und aus den geraubten Büchern Scheiterhaufen errichtet.
Der „Ungeist" dieser „zersetzenden Literatur" sollte verbrannt, und somit
auch ihre Schöpfer symbolisch vernichtet werden. Propagandaminister
Goebbels erklärte die Vorgänge zu "spontanen Aktionen der deutschen
Geisteswelt" und betonte die "Verpflichtung" des Staates zur endgültigen
„Befreiung des deutschen Volkes" von diesen „Schmutz- und Schundbüchern".
Fackelzüge, Feuersprüche und Reden nationalsozialistischer
Funktionäre bildeten den äußeren Rahmen der Aktion gegen
die - wie es hieß – „weltbürgerlich-jüdisch-bolschewistische
Zersetzungsliteratur".
Die „Nacht der Feuer" wurde zum Signal für den entscheidenden
Schlag gegen Wissenschaft und Literatur. Zigtausende Werke der zeitgenössischen
und klassischen Weltliteratur sowie der Wissenschaft fielen dem Wüten
zum Opfer, darunter Bücher von Sigmund Freud, Karl Marx, Albert Einstein,
Anna Seghers, Thomas Mann, Lion Feuchtwanger, Kurt Tucholsky oder Carl
von Ossietzky sollten ausgelöscht werden. Auch die Verfolgung der
Autoren hatte bereits begonnen.
Rundfunkübertragung zur Bücherverbrennung
Auszug aus der Rundfunkübertragung der Bücherverbrennung
vom 10. Mai 1933 in Berlin:
„Hier ist der Deutschlandsender, hier sind alle deutschen Sender mit
Ausnahme der Süddeutschen Sendergruppe. Wir befinden uns auf dem Opernplatz
Unter den Linden Berlins. Die deutsche Studentenschaft verbrennt zur Stunde
auf einem riesigen Scheiterhaufen anlässlich der Aktion des Kampfausschusses
wider den undeutschen Geist Schriften und Bücher der Unmoral und Zersetzung.
Sie hören Feuersprüche der Studenten Berlins".
„Deutsche Studenten, wir haben unser Handeln gegen den undeutschen Geist
gerichtet. Übergebt alles Undeutsche dem Feuer! Gegen Klassenkampf
und Materialismus, für Volksgemeinschaft und idealistische Lebensauffassung.
– Ich übergebe dem Feuer die Schriften von Karl Marx und Trotzki."
„Gegen Dekadenz und moralischen Verfall, für Zucht und Sitte in
Familie und Staat. – Ich übergebe dem Feuer die Schriften von Heinrich
Mann, Ernst Gläser, Erich Kästner."
„Gegen Gesinnungslumperei und politischen Verrat, für Hingabe
an Volk und Staat. – Ich übergebe dem Feuer die Schriften des Friedrich
Wilhelm Förster."
„Gegen seelenzersetzende Überschätzung des Trieblebens, für
den Adel der menschlichen Seele. – Ich übergebe dem Feuer die Schriften
der Schule Sigmund Freud."
„Gegen Verfälschung unserer Geschichte und Herabwürdigung
ihrer großen Gestalten, für Ehrfurcht vor unserer Vergangenheit.
– Ich übergebe dem Feuer die Schriften des Emil-Ludwig Kohn."
„Gegen volksfremden Journalismus demokratisch-jüdischer Prägung,
für verantwortungsbewusste Mitarbeit am Werk des nationalen Aufbaus.
– Ich übergebe dem Feuer die Schriften des Theodor Wolf und des Georg
Bernhard."
„Gegen literarischen Verrat am Soldaten des Weltkrieges, für Erziehung
des Volkes im Geiste der Wahrhaftigkeit. – Ich übergebe dem Feuer
die Schriften des Erich Maria Remarque."
„Gegen dünkelhafte Verhunzung der deutschen Sprache, für
Pflege des kostbarsten Gutes unseres Volkes. – Ich übergebe dem Feuer
die Schriften von Alfred Kerr."
„Gegen Frechheit und Anmaßung, für Achtung und Ehrfurcht
vor dem unsterblichen deutschen Volksgeist.- Verschlinge, Flamme auch die
Schriften der Tucholsky und Ossietzky."
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