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Fachbereich Deutsch
Prosa

Kurt Tucholky
Plädoyer gegen die Unsterblichkeit
 

Kurt Tucholsky: Plädoyer gegen die Unsterblichkeit
Textart:
Feuilletonistischer Essay mit explizit appellativer Funktion (Titel)
Thema:
*Titel als leicht provokante Verkürzung; 
* eher ein Plädoyer gegen Streben nach anonymer „Unsterblichkeit“; 
* zugleich aber auch kritische Fragestellung, was (zu Recht) als unsterblich 
   gelten könne; 
* zuletzt ein Plädoyer für anonyme Unsterblichkeit durch tätiges Engagement
   im Hier und Jetzt.
Gedanklicher Aufbau: 
Drei Abschnitte:
* Abschnitt I – V.: Entwicklung der beiden Hauptthesen:
   - große Weltfragen werden nicht gelöst, sondern vergessen;
   - historische Erinnerung beruht auf Zufälligkeit und enthält keine 
     Wertaussage;
* Abschnitt VI – VIII: Variation dieser Thesen und Anwendung auf 
   unterschiedliche Sachverhalte;
* Abschnitt IX: Entwurf eines im Rahmen dieses Geschichtsbildes sinnvolles 
   Verhalten des Menschen
Betrachtungsweise:
* zeitnahe, bewusst zeitgeschichtliche Bezüge einbeziehend (z. B. Hinweis auf 
   Geschichtsfälschung seit dem Ersten Weltkrieg: mutmaßlich Anspielung auf 
   Dolchstoßlegende); 
* gleichzeitig aber philosophischer Einschlag mit Aufforderung zur 
   Distanzwahrung. 
Leserbezug:
* Neben den direkten Zeitbezügen ergibt sich die Erfordernis 
   eines geschichtlichen Bildungshorizonts, der wenigstens eine 
   Grundvertrautheit mit Stichworten wie Calvinismus, Fridericus, Lavaters 
   Physiognomik, Wieland und „der ganze Fontane“ besitzt. 
* Gleichzeitig leichte Zugänglichkeit und Unterhaltsamkeit durch 
   umgangssprachliche Direktheit, ironische Zitate und Wortspiele.
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