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Fachbereich Deutsch
Sprachreflexion
Victor Klemperer
LTI:
Die Sprache des Dritten Reiches
[Nutzungshinweis]

[Gleichschaltung]
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Dieser Begriff aus der Technik wurde in der Sprache der Nazis auf den Vorgang der erzwungenen Anpassung aller Organisationen und Institutionen an die neuen Herrschaftsprinzipien bezogen. Der jüdische Philologe Victor Klemperer analysierte den Begriff in seinem Buch „LTI" (Lingua Tertii Imperii: Die Sprache des Dritten Reiches) als eine Übertragung „technischer Wendungen auf nichttechnische Bereiche, wo sie dann eben mechanisch wirken. (...) Man sieht und hört den Knopfdruck, der Menschen, nicht Institutionen, nicht unpersönliche Behörden, in gleichförmige automatische Haltung und Bewegung versetzt: Lehrer verschiedener Anstalten, Gruppen verschiedener Angestellter des Justiz-, des Steuerdienstes, Mitglieder des Stahlhelms und der SA usw. usw. werden beinahe in infinitum gleichgeschaltet.
Die erste offizielle Verwendung des Begriffes fand sich in zwei Reichsgesetzen vom 31.03.1933 und 07.04.1033 zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich. Sie zielten auf die Besetzung von Minister-, Abgeordneten- und Beamtenposten durch Gefolgsleute der NSDAP. 
Zu diesem Zweck wurden per Gesetz vom 31.03.1933 alle gewählten Bürgervertretungen von den Landtagen bis zu den Gemeinderäten aufgelöst und nach den Stimmenverhältnissen der Reichstagswahl vom 05.03.1933 im jeweiligen Land neu zusammengesetzt. Bei diesem Verfahren wurden die der KPD gegebenen Stimmen ausgeschlossen. 
Mit dem Gesetz vom 07.04.1933 wurden in den Ländern, mit Ausnahme Preußens, Beauftragte des Reichskanzlers (Reichsstatthalter) befugt, Mitglieder der Länderregierungen, Staatsbeamte und Richter der obersten Landesbehörden zu entlassen und neue zu ernennen. 
Die Folge beider Gesetze war 
• die Gleichschaltung der Staatsstrukturen, 
• die Einsetzung genehmer Personen und 
• eine strikte Zentralisierung der Staatsmacht. 

Weitere Schritte der Gleichschaltung waren 
• die Auflösung sämtlicher Parteien mit Ausnahme der NSDAP, 
• die Beseitigung der Gewerkschaften, 
• die Zwangsvereinigung der Agrarverbände im „Reichsnährstand", 
• die Erhebung der „Hitlerjugend" zur Staatsjugendorganisation und 
• die Verschmelzung der Ämter des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers.

[Bearbeitet nach: Erinnern für Gegenwart und Zukunft. Überlebende des Holocaust berichten. Survivers of the Shoa visual Hisory GmbH, Berlin (Cornelsen sofware) 2000]

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