|
Nazis
stecken jüdische Synagogen in Brand
In der Nacht des 9. November 1938 wurden planmäßig
in fast allen großen Städten die jüdischen Synagogen in
Brand gesteckt. Die heiligen Thorarollen wurden aus den Schreinen gerissen
und entehrt, kostbare Gegenstände gestohlen. Insgesamt gingen 267
Synagogen und Gebetshäuser in Flammen auf. Tausende jüdischer
Geschäfte, Häuser und Wohnungen wurden demoliert.
Das Attentat auf den deutschen Legationsrat
vom Rath bot Hitler den gewünschten Anlass zu einer willkürlichen
„Bestrafung" der Juden. In seinem Auftrag organisierte Goebbels massive
Ausschreitungen gegen die Juden in Deutschland. Durch eine groß angelegte
Propaganda wiegelte die SA vor allem Jugendliche zur Zerstörung jüdischer
Geschäfte und Wohnungen auf.
Die Feuerwehren waren zuvor angewiesen worden, lediglich ein Übergreifen
der Flammen auf andere Gebäude zu verhindern. Diese Nacht, die als
„Reichspogromnacht" (NS-Jargon: „Reichskristallnacht") in
die Geschichte einging, kostete 91 Menschen das Leben. 26.000 Juden wurden
auf Weisung Hitlers willkürlich verhaftet.
Auch jüdische Friedhöfe wurden verwüstet, Gräber
und Leichen geschändet. Die organisierten Ausschreitungen wirkten
international alarmierend.
Besonders heftig waren die Reaktionen in den USA:
Am 13. November wurde der amerikanische Botschafter, Hugh Robert Wilson,
zur Berichterstattung nach Washington zurückberufen.
|