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An vielen Stellen des Koran ist von
Abraham die Rede. Die Geschichten von Abraham wird Mohammed aus den Erzählungen
von Juden und Christen kennengelernt haben. Vieles freilich wird im Koran
anders dargestellt, als es im Alten Testament überliefert ist. So
heißt es im Koran, dass am 10. Tag des Monats Dsul-Hidscha Abraham
seinen Sohn Ismael (nicht Isaak) habe opfern wollen.
Im Gedenken an diese Opferhandlung
vollziehen alle Muslime ihre Opfer. Im Koran findet sich die Aussage, dass
Abraham
mit seinem Sohn Ismael den heiligen
Schrein Gottes, die Kaaba, in Mekka
errichtet habe.
Nach Mohammeds
Auffassung waren die beiden anderen Schriftreligonen erst von Mose (Thora)
beziehungsweise von Jesus (Evangelium) begründet. Für Mohammed
aber wurde Abraham zum ersten Gläubigen und Bekenner des Islam.
Abraham glaubte an den einen Gott. Damit wurde er zum Vorläufer
des Islam bestimmt. Abraham wird auch Imam genannt. Der Imam ist der
Leiter, Führer, Vorbeter der islamischen Gemeinde. Abraham und Ismael
sollen als erste die Wallfahrtszeremonien im Sinne des monotheistischen
Gottesglaubens durchgeführt haben.
Ursprünglich hoffte Mohammed,
die Juden würden die ersten sein, die seiner Religion Glauben schenkten.
Lehrte er doch wie sie den Glauben an den einen Gott und hatten sie doch
das Gesetzbuch des Moses, in dem von der Schöpfung der Welt die Rede
war. Darum wies Mohammed seine Anhänger an, sich beim Gebet in
Richtung Jerusalem zu orientieren. Weil er die Juden nicht für
seine Offanbarungen gewinnen konnte, trennte er sich von ihnen. Seit dem
Jahre 624 gilt die Vorschrift, sich beim Gebet nach Mekka
zu wenden. Von diesem Zeitpunkt an ist die Kaaba das wichtigste
Heiligtum aller Muslime.
Man erzählt heute, die Koraisch, der Araberstamm, der in Mekka
herrschte, seien Nachkommen des Abraham - Sohnes Ismael und
hätten die Stadt Mekka erbaut. Über das Heiligtum Mekkas,
die Kaaba, weiß eine alte Legende:
| Einst wanderte Adam durch Arabien.
Da kam er nach Mekka und erblickte dort einen leuchtenden, weißen
Stein (einen Meteoriten). Der erinnerte ihn an seinen Ursprung, als er
noch im Glanze Gottes lebte. Adam wollte, dass auch alle seine Nachkommen
die Erinnerung an ihren göttlichen Ursprung behielten, und stiftete
diese Stätte, zu der alle Kinder und Kindeskinder pilgern sollten,
um ihren Ursprung nie zu vergessen. So schritt er siebenmal um den leuchtenden
Stein herum und rief den Namen Gottes aus. Dann holte er Steine vom Berg
Hira und baute ein würfelförmiges Haus um den heiligen Stein.
Von daher bekam das Heiligtum den Namen Kaaba, das heißt Würfel;
doch ebenso wird es „Haus Gottes“ genannt. |
Weiter erzählen die Araber:
| Als die große Flut die ganze Erde bedeckte, schwamm Noahs
Arche siebenmal um die heilige Stätte herum. Die Flut riss
den Würfelbau ein, aber dessen Fundamente blieben erhalten. Den heiligen
Stein rettete der Engel Gottes. Als viertausend Jahre später Hagar,
die Stammutter der Araber, mit dem verdurstenden Söhnchen Ismael durch
die Wüste irrte, waren schließlich ihre Kräfte erschöpft.
Sie fiel zu Boden und rief verzweifelt Gottes Hilfe an. Da sprang zu ihren
Füßen die Quelle Semsem auf. Hagar sah darin einen Fingerzeig
Gottes und ließ sich an diesem Ort nieder. Es war das Tal der Kaaba,
doch wusste sie es nicht. Erst als Abraham nach Hagars Tod Ismael besuchte,
fand er unter den Trümmern das Fundament, das Adam gelegt hatte. „Hier
ist das Haus des einen Gottes“, sagte Abraham, „den einmal alle Menschen
verehrt haben. Wir müssen es wieder aufbauen.“ Zusammen mit Ismael
richtete Abraham die Kaaba wieder her. Ismael aber empfing aus der Hand
des Engels den heiligen Stein zurück, de aus Trauer über den
Götzendienst zum schwarzen Stein geworden war. |
Mohammed ( hier umgeben von der prophetischen Flamme) trifft
sechs Propheten des alten Bundes
|
Aus dem Koran:
"O Volk der Schrift, warum streitet
ihr über Abraham, wo die Thora und das Evangelium erst nach ihm herabgesandt
ward? Habt ihr denn nicht Verstand?... Abraham war weder Jude noch Christ;
vielmehr war er lauteren Glaubens, ein Muslim und keiner derer, die Gott
Gefährten geben. - Siehe, diejenigen Menschen, die Abraham am nächsten
stehen, sind wahrlich jene, die ihm folgen, und das sind der Prophet (Mohammed)
und die Gläubigen. Und Gott ist der Gläubigen Herr."
Sure 3, 58, 60-61
Abraham_Muslim.doc
Bearbeitet auf der Grundlage
von: Peter Freimark u.a. (Hrsg.) Grosse fremde Religionen, Hannover (Schroederl
Verlag) 1978, S. 83ff
Belegstellen (AT, NT )
Abrahams Frauen (Literatur)
© H. Kerber 1996 | 2005 | 2009
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