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Mohammed, „Jahwe“ und „Allah“

Mohammed am Berg Hira, 
Nicholas Roerich Museum, New York 1932
Mohammed stand im reifen Mannesalter von 40 Jahren, als er erstmals die Stimme Gottes zu sich sprechen hörte. Was er da, der Überlieferung nach in einer Höhle, bei Mekka, schaute und vernahm, führte er auf einen  Gott namens „ilah“ zurück. Mit Artikel „Al-ilah“, später zusammengezogen zu „Al-lah“. Dieser „ilah“ war so etwas wie der gemeinsemitische Hochgott, eine numinose Hintergrundgottheit, der Mohammeds Zeitgenossen im praktischen Alltag viele lokale Gottheiten vorzogen. 
Im Alten Testament heißt dieser Hochgott „Eloha“, meist in der Pluralform vorkommend „Elohim“ = „der Gott, der alle Eigenschaften anderer Götter auf sich vereinigt“. Er steckt auch im Namen des Volkes Israel. Als Jakob nämlich am Jabbok nachts mit einem lokalen Flussgeist zu ringen hat und davon eine Hüftgelenkverkrümmung übrig behält (ätiologische Sage), bekommt er den Namen. „Isch raa elohim“ = „Mann, der mit Elohim gekämpft hat“ = „Is-ra-el“. Seit Moses in der Steppe beim brennenden Dornbusch eine „Audiovision“ erfuhr, wird aber ein neuer Name geläufig: „Ich bin, der ich für euch da sein werde“, Jahwe (Jehowa [ sowohl im Hebräischen als auch im Arabischen werden die vokale nicht geschrieben, so dass sich unterschiedliche Lesarten ergeben können] ).
Mohammed war als erfolgreicher Kaufmann viel herumgekommen. Und seit langem kannte er auch schon vom Hörensagen mancherlei Geschichten aus den heiligen Büchern der von ihm beneideten Schriftbesitzer, der Juden und der Christen. Der als Kind früh verwaiste Mekkaner war ein nachdenklicher und religiös sensibler Mann, der unter der Primitivität der damaligen arabischen Vielgötterei litt. Nach und nach kam er zu der Überzeugung, dass der Gott, der sich ihm in deutlichen und intensiven Auditionen (Hör - [Erschein-]ungen) offenbarte, kein anderer sei als der Gott der Juden und Christen. Dieser Gott, ilah, wollte offenbar, dass auch die Araber ein heiliges Buch in ihrer eigenen Sprache haben. Und Mohammed erzählte, was er an Offenbarungen auf illah zurückführte. Dabei kam er mehr und mehr zur Überzeugung, dass al-ilah der einzige Gott überhaupt ist und dass er sich der Menschen erbarmt.
Dies war nun allerdings eine Botschaft, mit der Mohammeds Zeitgenossen in Mekka nichts anfangen konnten. Sie machten gute Geschäfte mit den vielen Göttern am Religionszentrum Mekka. Sie verachteten den „selbst ernannten Propheten“ und blieben bei ihren Lokalgöttern. Hätte Mohammed nicht den Schutz seiner Sippe, vor allem seines vermögenden Onkels, gehabt und wäre er nicht als zwanzig Jahre jüngerer Gatte der reichen Kaufmannswitwe Hadidscha geschäftlich so erfolgreich gewesen, die Mekkaner hätten ihn wohl nicht am Leben gelassen. 
Erst als Mohammed im Jahre 622, zehn  Jahre vor seinem Tod, mit wenigen Gefolgsleuten nach Yathrib (später Medina = „Stadt des Propheten“) auswanderte, fand er Gehör. Immer mehr Araber bekehrten sich zu illah. 
Allerdings ging das auch nicht ohne Gewalt ab. Die seit langem in Medina neben den Arabern ansässigen Juden sperrten sich gegen Mohammeds neue Lehre. Um sich durchzusetzen ließ er sechshundert von ihnen, eine ganze Sippe, umbringen. Auch in Mekka konnte er sich erst durchsetzen, nachdem er in verschiedenen Kämpfen gegen die Stadt Sieger geblieben war. Sein Feldherr eroberte dann große Teile der arabischen Halbinsel.
(s. auch Arabien Mohammed.doc)

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