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Es gibt kaum ein Thema, bei dem die Einstellungen
so kontrovers diskutiert werden wie gerade bei diesem. Zudem wird deutlich,
wie ganz und gar unterschiedlich das Thema von muslimischer Seite selbst,
auch von Frauen, und von religionsneutralen Religionswissenschaftlern oder
Religionssoziologen behandelt wird.
Von islamischer Seite wird immer wider hervorgehoben,
dass Mohammed und der Koran im Umfeld der damaligen arabischen Welt
eine erhebliche Befreiung für die Frauen gebracht haben.
Einige Stellen aus dem Koran
und den Hadithen können dies erläutern:
Im Islam werde Mann und Frau gleiche Aufmerksamkeit
gewidmet und sie seien sich in ihrem Wert gegenseitig gleich schützenswert:
Mädchen heben den Koran
und einen Stein in die Höhe.
Solidarisch mit der Intifada?
Bild aus: Publik Forum 20/01,
Dossier S. IV |
"So antwortete ihnen ihr (Gott und) Herr:' Wahrlich,
Ich lasse das Werk des Wirkenden unter Euch, ob Mann oder Frau, nicht verlorengehen.
Die einen von Euch sind von den anderen"
(Qur’an, Sure 3, Vers 195)
"Die Frauen sind Euch ein Gewand und auch Ihr seid
ihnen ein Gewand."
(Qur’an, Sure 2, Vers 187) |
Auch bezüglich ihrer religiösen Handlungen
seien Frauen und Männer gleichgestellt:
"Und wer gute Werke tut, sei es Mann oder Frau,
und gläubig ist, der wird ins Paradies eingehen, und dem wird nicht
im Geringsten Unrecht getan."
(Qur’an, Sure 4, Vers 124).
"Wer Gutes tut, ob Mann oder Frau, und dabei gläubig
ist, den werden Wir bestimmt ein angenehmes Leben leben lassen. Und Wir
werden ihnen bestimmt mit ihrem Lohn vergelten für das Beste von dem,
was sie taten."
(Qur’an Sure 16, Vers 97)
"Siehe, die muslimischen Männer und Frauen,
die gläubigen, die gehorsamen, die wahrhaftigen, standhaften, demütigen,
Almosen spendenden, ihre Scham hütenden und Allahs häufig gedenkenden
Männer und Frauen, bereitet hat ihnen Allah Verzeihung und gewaltigen
Lohn."
(Qur’an Sure 33, Vers 35)
"Und die Gläubigen, Männer und Frauen,
sind einer des anderen Freunde; sie gebieten das Rechte und verbieten das
Unrechte und verrichten das Gebet und zahlen die Armensteuer und gehorchen
Allah und Seinem Gesandten. Sie - wahrlich, Allah erbarmt sich ihrer; siehe,
Allah ist mächtig und weise."
(Qur’an Sure 9, Vers 71) |
Auch die Hadithe
dienen den Muslimen als verbindlicher Maßstab ihres Handelns. In
den Hadithen sind die Worte und Taten des Propheten in Bezug auf bestimmte
Situationen und Lebensbereiche überliefert - die Sunna dagegen beschreibt
das Leben und Verhalten des Propheten Mohammed.
So werden folgende Hadithe überliefert:
Der Prophet Mohammed sagte zu den muslimischen Männern:
"Der Gütige unter euch ist derjenige, welcher
sanftmütig zu seiner Familie ist."
"Unter den Gläubigen zeigen diejenigen den
vollkommensten Glauben, die den besten Charakter besitzen. Und die besten
von euch sind diejenigen, die ihre Frauen am besten behandeln." |
Zusammenfassend
aus islamischer Sicht:
„(Der Islam) befürwortet weder eine Diskriminierung
zwischen ihnen (Mann und Frau) noch "Gleichmacherei", sondern er ist bemüht,
dass jeder von ihnen in der Gesellschaft seinen natürlichen Platz
innehat.
'Diskriminierung' betrachtet er als ein Verbrechen
und 'Gleichheit', im Sinne von 'Gleichmacherei', als unnatürlich.
Die Natur der Frau versteht er weder als niedriger als die des Mannes noch
als der des Mannes identisch. Beide Naturen dienen der gegenseitigem Ergänzung,
sowohl im privaten Leben als auch in der Gesellschaft.
Aus diesem Grunde befürwortet der Islam, im
Gegensatz zur westlichen Zivilisation, dass beide, Mann und Frau, ihrer
natürlichen Rechte, somit auch ihrer gleichen menschlichen, sozialen
und politischen Rechte teilhaft werden, jedoch nicht absolut gleicher Rechte
im Sinne von 'Gleichmacherei"
[Aus: http://www.islamischer-weg.de/frauimschutzedesislam/die_stellung_der_frau.htm]
Ergänzende Koranstellen:
Sure 4: Die Frauen (An-Nisá)
1. O ihr Menschen, fürchtet euren Herrn, Der
euch aus einem einzigen Wesen erschaffen hat; aus diesem erschuf Er ihm
die Gefährtin, und aus beiden ließ Er viele Männer und
Frauen sich vermehren. Fürchtet Allah, in Dessen Namen ihr einander
bittet, und (fürchtet Ihn besonders in der Pflege der) Verwandtschaftsbande.
Wahrlich, Allah wacht über euch.
3. Und wenn ihr fürchtet, ihr würdet nicht
gerecht gegen die Waisen handeln, dann heiratet Frauen, die euch genehm
dünken, zwei oder drei oder vier; und wenn ihr fürchtet, ihr
könnt nicht billig handeln, dann (heiratet nur) eine oder was eure
Rechte besitzt. Also könnt ihr das Unrecht eher vermeiden.
4. Und gebt den Frauen ihre Morgengabe gutwillig.
Erlassen sie euch aber aus freien Stücken einen Teil davon, so genießt
ihn als etwas Erfreuliches und Bekömmliches.
7. Den Männern gebührt ein Anteil von
dem, was Eltern und nahe Anverwandte hinterlassen; und den Frauen gebührt
ein Anteil von dem, was Eltern und nahe Anverwandte hinterlassen, ob es
wenig sei oder viel - ein bestimmter Anteil.
15. Und wenn welche von euren Frauen Unziemliches
begehen, dann ruft vier von euch als Zeugen gegen sie auf; bezeugen sie
es, dann schließet sie in die Häuser ein, bis der Tod sie ereilt
oder Allah ihnen einen Ausweg eröffnet.
20. Und wenn ihr eine Frau gegen eine andere tauschen
möchtet und habt der einen bereits einen Schatz gegeben, so nehmt
nichts davon zurück. Möchtet ihr es etwa durch Lüge und
offenbare Sünde zurücknehmen?
24. Und (verboten sind euch) verheiratete Frauen,
ausgenommen solche, die eure Rechte besitzt. Eine Verordnung Allahs für
euch. Und erlaubt sind euch alle anderen, daß ihr sie sucht mit den
Mitteln eures Vermögens, nur in richtiger Ehe und nicht in Unzucht.
Und für die Freuden, die ihr von ihnen empfanget, gebt ihnen ihre
Morgengabe, wie festgesetzt, und es soll keine Sünde für euch
liegen in irgend etwas, worüber ihr euch gegenseitig einigt nach der
Festsetzung (der Morgengabe). Wahrlich, Allah ist allwissend, allweise.
32.
Und begehrt nicht das, womit Allah die einen von euch vor den andern ausgezeichnet
hat. Die Männer sollen ihren Anteil erhalten nach ihrem Verdienst,
und die Frauen sollen ihren Anteil erhalten nach ihrem Verdienst. Und bittet
Allah um Seine Huld. Wahrlich, Allah hat vollkommene Kenntnis von allen
Dingen.
34. Die Männer sind die Verantwortlichen über
die Frauen, weil Allah die einen vor den andern ausgezeichnet hat und weil
sie von ihrem Vermögen hingeben. Darum sind tugendhafte Frauen die
Gehorsamen und die (ihrer Gatten) Geheimnisse mit Allahs Hilfe wahren.
Und jene, von denen ihr Widerspenstigkeit befürchtet, ermahnt sie,
laßt sie allein in den Betten und straft sie. Wenn sie euch dann
gehorchen, so sucht keine Ausrede gegen sie; Allah ist hoch erhaben, goß.
129. Und ihr könnt kein Gleichgewicht zwischen
(euren) Frauen halten, so sehr ihr es auch wünschen möget. Aber
neigt euch nicht gänzlich (einer) zu, also daß ihr die andere
gleichsam in der Schwebe lasset. Und wenn ihr es wiedergutmacht und recht
handelt, dann ist Allah allverzeihend, barmherzig.
[Aus: http://www.orst.edu/groups/msa/quran/quran_g/4.html] |
>H. Kerber 1996 | 2001 | 2005 | 2009
Islam_frau_koran.doc
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