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Die
Moschee ist der Ort, an dem die Muslime zum gemeinsamen Gebet zusammenkommen.
Alle Moscheen haben das Haus des Propheten Mohammed in Medina zum Vorbild, das als teilweise gedeckter Hof 622 errichtet wurde. Unter der überdachten Fläche, an der Kiblawand, die in Richtung der heiligen Stadt Mekka lag, wurden die Gebete verkündet. Die anderen drei Mauern waren von flachen Arkaden gesäumt, hinter denen sich die privaten Räume des Propheten und die seiner Frauen befanden. Diese Anlage bildete den Grundplan für alle späteren Moscheen: Die drei Hauptelemente blieben Wie
zu Zeiten des Propheten Mohammed dient die Moschee auch heute noch für
politischen
Versammlungen. Sie ist theologische Lehrstätte genauso
wie Gerichtsort und zeitweilige Behausung von Pilgern und
Obdachlosen.
In der Mitte der Kiblawand befindet sich der Mihrab (1) (Gebetsnische),
der in Richtung Mekka weist. Dicht bei dem Mihrab liegen der Mimbar
(2), eine Kanzel, von der die Freitagspredigt gehalten wird.
Unmittelbar neben ihr ragt ein schmaler, schlanker Turm hoch, das Minarett (3), von dem aus der Muezzin (4) fünfmal am Tage zum Gebet ruft. An dem Brunnen (Wudu, 5) oder einer Wasserleitung mit mehreren Zapfstellen und Becken vor dem Eingang der Moschee vollzieht der Gläubige die vorgeschriebenen Waschungen. Seine Schuhe stellt er auf einer Bank ab, ehe er den Innenraum betritt. Dieser ist ganz mit Teppichen ausgelegt. Die
meist reich verzierte Nische an seiner Stirnseite,
der Mihrab (1), zeigt die Richtung an, in der Mekka liegt
und in die hin das Gebet vollzogen werden muss. Vom Treppenaufgang der
„Kanzel", der Minbar (2), aus trägt der Imam am Freitag
Koranstellen vor und erklärt sie. Da der Islam (die Schia) eine Trennung
von Staat / Welt und Religion nicht kennt, ist die Freitagsansprache
oft politisch geprägt. So kann es z.B. geschehen, dass ein ägyptischer
Minister dabei die „allgemeine Mobilisierung und den nationalen Kampf"
verkündet. In der Moschee befinden sich weiter die Dikke, ein
erhöhter Platz für den Vorbeter, und die Maksura, ein
abgesonderter Raum für den Herrscher. In den Nebengebäuden einer
Moschee sind meistens die Bibliothek, sakrale Gegenstände, manchmal
auch Krankenstationen untergebracht.
Eine Moschee kann aber auch noch anderen Zwecken dienen, die freilich genau bestimmt sind. So dürfen Männer - nicht Frauen - hier den Koran studieren und in Gruppen seine Aussagen und Gebote diskutieren. Auch Ehen werden hier geschlossen und Schulden bezahlt. Wer in der Mittagshitze Schatten sucht, kann hier ausruhen, und wer keine Behausung hat oder sich auf Reisen befindet, kann nachts hier schlafen.
Moschee1.doc
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H. Kerber 1996 | 2001 | 2005 | 2009 |