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Karte aus: Werner Trutwin
u.a. , Zeit der Freude, Düsseldoft (Patmos Verlag) o. J., S. 218.
1. Marokko
2. Mauretanien
3. Mali
4. Algerien
5. Tunesien
6. Libyen
7. Niger
8. Tschad
9. Ägypten |
10. Sudan
11. Äthiopien
12. Somalia
13. Jemen
14. Jemen
15. Oman
16. Saudi-Arabien
17. Jordanien
18. Syrien |
19. Türkei
20. Irak
21. Iran
22. Afghanistan
23. Pakistan
24. Bangladesch
25. Indonesien |
Der gewaltsame Machtwechsel, den die Sippe der Omaijaden
erzwungen hatte, spaltete den Islam. Viele Muslime waren der Meinung, Ali,
der Neffe und Schwiegersohn Mohammeds, hätte eigentlich der erste
aller Nachfolger des Propheten sein müssen, und das Kalifat hätte
zu Recht den Nachkommen Alis zugesprochen werden sollen. So bildete sich
innerhalb des Islam eine eigene Partei, die „Schia Ali“. Diese Gruppierung
errang in der Grenzprovinz des Reiches, dem Irak, die Vorherrschaft.
Von ihr wurde das Kalifat der Omaijaden verworfen, auch die ersten drei
Kalifen wollte man nicht als rechtmäßige Nachfolger anerkennen.
Im Jahr 680 wählten schiitische Muslime in Medina den jüngsten
Sohn Alis, Hussain, zum Gegenkalifen.
Hussain jedoch wurde noch im gleichen Jahr von dem Omaijaden - Kalifen
Jasid ermordet. Das Grab Hussains in Kerbela im Irak wurde
fortan für alle Schiiten ein beliebter Wallfahrtsort und Begräbnisplatz.
Zahlreiche sakrale Spiele erinnern an dieses tragische Ereignis und es
entstanden Legenden.
Sunna („Gewohnheit,
Vorbild“) ist die orthodoxe Tradition und Lehre des Islam, zu der
sich die überwiegende Mehrheit der Muslime bekennt. Sie stützt
sich auf den Koran und auf die mit „Hadith“ bezeichneten Berichte über
normative (Maß - gebende) Äußerungen und Handlungen des
Propheten Mohammed.
Die Sunniten sind die größte
Gruppe im Islam. Der Begriff Sunna, den die Sunniten auf ihre Gruppe
beziehen („Menschen der Sunna“), bedeutet vermutlich „Mitte des Weges“.
Er bezieht sich demnach nicht, wie allgemein angenommen, auf Sunna, das
„Vorbild“ des Propheten Mohammed, da alle islamischen Gruppen und Sekten
die Sunna, neben dem Koran, als verbindliche Lehre anerkennen.
Die Lehren der Sunniten bildeten sich gegen
Ende des 9. Jahrhunderts heraus, während ihre Theologie als
einheitliches System im 10. Jahrhundert entwickelt wurde. Damit
reagierten die Sunniten auf frühe Abspaltungsbestrebungen anderer
islamischer Gruppen, wie z. B. der Charidschiten, Mutasiliten und
der Schiiten. Die Betonung der Bestimmung des menschlichen Schicksals
durch den Willen Gottes entstand in der Auseinandersetzung mit der Überzeugung
der Mutasiliten von der absoluten Freiheit des menschlichen Willens. Innerhalb
der sunnitischen Theologie haben sich vier Gesetzesschulen entwickelt:
die Schafiiten,
die Hanefiten,
die Malikiten und
die Hanbaliten.
Schia („Partei"
[Alis]): die Anhänger der islamischen Schia, die Schiiten, anerkennen
allein Ali, den Schwiegersohn des Propheten Mohammmed und vierten Kalifen,
sowie dessen Nachkommen als rechtmäßige Stellvertreter Mohammeds.
Der Begriff Schiiten geht also auf den arabischen Begriff Schiat Ali
zurück, was soviel bedeutet wie „die Anhänger Ali (Ibn Abi) Talibs“.
Er war der vierte Führer (Kalif) der islamischen Gemeinschaft (Umma),
die nach Mohammeds Tod neu gegründet wurde.
Die Nachkommen Alis gelten als Imame,
als „Führer der Gemeinde". Im Tode Hussains (Alis sohn und
Nachfolger) sehen die Schiiten ein Blutopfer für die Sünden der
Menschheit, eine für den Islam völlig neue Vorstellung. Es entwickelten
sich so im Islam Lehren über die Wiederkunft eines jetzt in
der Verborgenheit lebenden Nachkommen Alis. Die Rückkehr des letzten
Imam, der ein islamisches Friedensreich aufrichten soll, wird von ihnen
erwartet. Dieser verborgene Imam wird dereinst wiederkommen, um
die Erde mit Gerechtigkeit zu erfüllen. Nur die Schiiten unternehmen
Wallfahrten zu den heiligen Gräbern in Kerbala.
Die schiitischen Muslime errangen im Iran
(damals Persien) die Vorherrschaft und die Schia ist seit dem Jahr 1502
Staatsreligion im Iran.
Die Schiiten sind in verschiedene Schulrichtungen
aufgespalten, die sich hinsichtlich der Anerkennung
von fünf: Zaiditen (nach Zaid Ibn Ali, ihrem
fünften Imam),
sieben: Siebenerschiiten oder Ismaeliten
oder zwölf Zwölferschiiten oder Imamiten
rechtmäßigen Imamen unterscheiden.
Die Schia heute:
Schiiten repräsentieren rund 10% aller Muslime
und sind im Mittleren Osten und in Teilen Zentralasiens besonders stark
konzentriert. Manche Gruppen werden von den westlichen Medien mit lokalen
Konflikten in Zusammenhang gebracht; so
die Drusen mit dem libanesischen Bürgerkrieg,
die schiitischen Mudjaheddin mit dem Konflikt
in Afghanistan,
die Aseris mit den Kämpfen in Berg -
Karabach gegen die christlichen Armenier und
die Schiiten im südlichen Irak mit dem Aufstand
gegen Saddam Hussein.
Das bei weitem bekannteste politische und soziale
Ereignis war jedoch die
islamische Revolution vom Februar 1979 im
Iran
unter der Führung des Schiiten Ayatollah
Khomeini (1902 - 1989)
(s. auch die Grafik: Schia_Sunna_Richtungen.doc)
Die verschiedenen Glaubensrichtungen
der
Schiiten (Grafik)
Die Geschichte
der Schia
Islam
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Literatur
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