Aus dieser Zeit datieren seine frühesten erhaltenen Werke, wie das Porträt des Humanisten Doktor Johann Stefan Reuss (Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg) und die Kreuzigung Christi (1503, Alte Pinakothek, München). Der detailgenaue Hintergrund dieser Gemälde, meist Darstellungen der Landschaft seiner fränkischen Heimat, zeigt deutliche Einflüsse Albrecht Altdorfers und Albrecht Dürers und weist Cranach als einen der Hauptvertreter der Donauschule aus. 1505 wurde Cranach von dem sächsischen Kurfürsten Friedrich dem Weisen als Hofmaler nach Wittenberg berufen. Seine Werkstatt wurde zum bedeutendsten Zentrum der damaligen sächsischen Malerei. 1508 unternahm er eine Reise in die Niederlande, wo er Mitglieder der königlichen Familie porträtierte, darunter den deutschen Kaiser Maximilian I. und den Kronprinzen (später als Karl V. deutscher Kaiser). Etwa 1510 schloss er mit Barbara Brengebier, einer Bürgermeisterstochter aus Gotha, die Ehe. In den folgenden Jahren ließ Cranach umfangreiche Bauarbeiten an seinem großen Haus in der Schlossstraße 1 vornehmen und entwickelte seine Werkstatt zu einem künstlerisch überaus vielseitigen Manufakturbetrieb. Zwei Söhne Hans und Lucas (der Jüngere) wurden 1513? und 1515 geboren. Beide wurden, wie ihr Vater, Maler. In den Jahren 1517 und 1519 wurden Cranachs Töchter Ursula und Barbara geboren. Bei seiner Tochter Anna, die im gleichen Jahr geboren wurde, war Martin Luther Taufpate. Ab 1523 betrieb Cranach kurzzeitig eine Druckerei, später dann auch einen Buchladen. Bei der Eheschließung Martin Luthers mit Katharina von Bora waren die Eheleute Cranach Trauzeugen. Von Luthers erstem Sohn Johannes wurde Cranach Taufpate.
Für seine Mäzene malte Cranach vorrangig mythologische Szenen, wobei sich sein Stil allmählich zum höfisch-gefälligen wandelte. Bemerkenswert sind indessen seine weltlichen und allegorischen Akte (damals noch ein Novum in der deutschen Malerei, Lukretia, um 1518; Venus, 1532, Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt; Caritas, um 1550). Auch die Gruppenbildnisse wie Das Urteil des Paris (1529, Metropolitan Museum of Art, New York) strahlen eine kapriziöse Anmut aus. Eine flächig-dekorative Malweise wurde charakteristisches Merkmal des „Cranachstiles". Er wird vor allem in den Kreuzigungsszenen (s. Kreuzabnahme) manifest, wie Kardinal Albrecht von Brandenburg vor dem Gekreuzigten kniend (1520/30, Alte Pinakothek, München). Cranach war mit Martin Luther befreundet und gilt als der repräsentative Maler der Reformation. Seine Porträts von Persönlichkeiten der Reformation, darunter mehrere Bildnisse Martin Luthers ( Luther als Junker Jörg, 1521) und Herzog Heinrich von Sachsen (1514, Gemäldegalerie, Dresden), sind von großer Klarheit und Exaktheit. In den Dienst des Protestantismus stellte sich Cranach auch mit seinen Illustrationen zur Bibel und Reformationsschriften, ab 1515 war er Mitarbeiter am Gebetbuch des Kaisers Maximilian. Cranach leitete eine enorm produktive Werkstatt, in der hunderte von Gemälden entstanden, zum Teil ganze Serien von Porträts in immer neuen Variationen. Der Tod seines talentierten Sohnes Hans 1537 in Bologna traf Cranach hart. 1540 starb auch seine Frau Barbara. 1547 bat Cranach bei Kaiser Karl V. um Gnade für den gefangenen Kurfürsten Johann Friedrich. er folgte dem begnadigten Kurfürsten 1552 nach Weimar. Dort starb er am 15. Oktober 1553 im Alter von 81 Jahren. Die Werkstatt des Vaters übernachm Lucas Cranach der Jüngere (1515-1586), der vor allem als Porträtist Bedeutung erlangte. [Bearbeitet
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