Ulrich von Hutten
(1488 - 1523)
Dichter und Humanist

Hutten, Ulrich wurde geboren in Burg Steckelberg (bei Schlüchtern), gestorben auf der Insel Ufenau (Schweiz). Der aus einem fränkischen Rittergeschlecht stammende Hutten besuchte die Klosterschule in Fulda. Nachdem er an mehreren deutschen und italienischen Universitäten studiert hatte, diente er kurze Zeit in der Armee Maximilians I., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, der ihn 1517 zum Dichter krönte. Hutten war mit Erasmus von Rotterdam befreundet und hatte sich Johannes Reuchlin angeschlossen. 
Als Publizist trat Hutten gemeinsam mit Franz von Sickingen für den deutschen Patriotismus und die Souveränität des Kaisers gegenüber Papst und Adel ein. Er war ein begeisterter Anhänger Martin Luthers, dessen Lehre er in mehreren seiner Werke verteidigte. Zu seinen Verdiensten als Publizist gehört die Herausgabe der Schrift Lorenzo Vallas über die Konstantinische Schenkung und die Veröffentlichung der an Lukian angelehnten satirischen Dialoge in lateinischer und deutscher Sprache.
Huttens politische Aktivitäten schufen eine Kluft zwischen ihm und seinem Herren. Nach dem gescheiterten Aufstand der mittelrheinischen Reichsritter musste er ins Exil in die Schweiz gehen, wo er mit Hilfe Ulrich Zwinglis unterkam. Hutten war der Hauptautor des zweiten Teils der satirischen Epistolae Obscurorum Virorum (1515- 1517), einem Angriff auf das Mönchstum. 
Weitere Werke sind Ars Versificandi (1511) und Vadismus (1520), eine öffentliche Verurteilung des päpstlichen Amtes. 
 
Ich hab's gewagt mit Sinnen
Und trag des noch kein Reu.
Mag ich nit dran gewinnen,
Noch muß man spüren Treu.
Darmit ich mein
Nit eim allein,
Wenn man es wollt erkennen,
Dem Land zugut,
Wiewohl man tut
Ein Pfaffenfeind mich nennen..
 
Tabellarische Biographie:
  • * 21.04.1488 auf der Burg Steckelberg bei Schlüchtern (Hessen) 
  • 1498 Besuch der Stiftsschule in Fulda 
  • ab 1505 Studium von Latain und Griechisch in Köln, Erfurt, Frankfurt an der Oder und Leipzig 
  • 1509 Odyssee an Abenteuern und Elend 
    • Streit mit dem Greifswalder Lötz 
    • Poet in Rostock 
  • Ende 1510 Reise nach Wittenberg 
  • 13.02.1511 Vollendung seines in Hexametern geschriebenen Gedichts "Ars Versificandi" (Von der Kunst, Verse zu machen (wurde zum "Schulbuch" für angehende Poeten) 
  • Ende 1511 Aufenthalt in Wien 
  • Anfang 1514 Unterschlupf beim Erzbischof von Magdeburg, Albrecht von Brandenburg 
  • 1516 bis Juli 1517 Fortsetzung seines Rechtstudiums in Rom 
  • 12.07.1517 Krönung Ulrich von Hutten zum Dichter durch den Kaiser Maximilian I. und Ernennung zum kaiserlichen Orator 
  • seit 1520 Verfolgung durch die kirchliche Inquisition wegen antirömischer Schriften (Inspicientes, Trias Romana) 
  • seit dem Reichstag zu Worms 1521 vergeblicher Einsatz für Luther beim Kaiser

  • Karl V. 
  • + 29.08.1523 auf der Insel Ufenau im Zürichsee 
  • Werke: 
    • 1510 "Querelen gegen die Lötze
    • 1515 und 1517 Mitverfasser der anonym erschienenen lateinischen Spott- und Schmähschriften ("Epistolae Obscurorum Virorum" [Dunkelmännerbriefe] ) 
[Bearbeitet und ergänzt nach: Microsoft Encarta 97 Enzyklopädie]
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