Katharer
Bezeichnung für zahlreiche, weit verbreitete religiöse Bewegungen des Mittelalters. 
Die Katharer zeichneten sich durch das Einhalten einer strengen Askese aus. Sie vertraten eine vom Manichäismus  ( 1 ) beeinflusste dualistische Theologie, derzufolge das Universum aus einer von Gott geschaffenen spirituellen und der vom Satan beherrschten materiellen Welt besteht.
Der Oberbegriff „Katharer“ wird häufig im Zusammenhang mit nahestehenden häretischen Gruppen verwendet, z.B. mit den im 3. Jahrhundert bekannten Novatianern, die die Wiederaufnahme derer verwarfen, die bei der Christenverfolgung abgefallen waren. Als Vorläufer der Katharer gelten ebenso die Paulizianer, die im 9. Jahrhundert gegründet wurden und vor allem im südosteuropäischen Raum verbreitet waren. Aus ihnen gingen später die Bogomilen  ( 2 ) hervor. 
In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts fanden die Katharer vor allem in Bulgarien, Albanien und Slawonien großen Zulauf. Dann spalteten sie sich in zwei Gruppen
* die streng dualistischen Albanenser und die moderateren Garanenser. 
  In Italien nahm die Zahl ihrer Anhänger im 11. und 12. Jahrhundert zu. In der Gegend um Mailand nannte man sie abfällig Patarini, nach einer mailändischen Gasse, in der häufig Lumpensammler verkehrten. Als Reformbewegung erlangten die Patariner im 11. Jahrhundert Bedeutung, als sie den Kampf der Laienbrüder gegen den korrupten Klerus unterstützten.
Ihre stärkste Gefolgschaft versammelten die Katharer in Südfrankreich, wo sie Albigenser oder, in Verzerrung der Paulizianer, Poblicants hießen. Dabei zählte fast der gesamte Adel zu ihren Anhängern. 
Als die Grafen von Toulouse und Foix sich gegen die katholische Kirche und den König von Frankreich wandten, kam es zu den Albigenserkriegen (1209-1229). 
Der Rückgang der Bewegung erklärt sich jedoch nicht nur durch die Verfolgung durch die Inquisition, sondern auch durch die Verbreitung der Bettelorden, insbesondere der Franziskaner. Als einziges schriftliches Zeugnis der Katharer liegt eine kurze Liturgie vor, die in der Sprache der provenzalischen Troubadoure des 13. Jahrhunderts verfasst ist.
[Bearbeitet nach: Microsoft Encarta 97 Enzyklopädie. 1993-1996]
Katharer.doc
Manichäismus, von Mani (Manes, Manichaios, * in Mardinu oder Afrunya [Babylonien] 14. 4. 216, + in Gondeschapur 26. 2. 277, babylonischer Religionsstifter iranischer Herkunft) gestiftete gnostische Erlösungslehre, nach der der Weltprozess und die Entstehung des Menschen durch eine schuldhafte Vermischung von Licht und Materie bedingt sind. Der Mensch muss diese Weltordnung in einem Akt der Erkenntnis durchschauen und die in ihm selbst vorhandenen Lichtteile von der Materie seines Leibes befreien (durch Askese). Der M. hatte bald nach dem Tod Manis die Verbreitung einer Weltreligion erlangt. Im Osten wurde der M. 763 Staatsreligion des zentralasiatischen Reiches der Uiguren. Im Westen Einfluss auf mittelalterliche religiöse Strömungen (z. B. Bogomilen).
Bogomilen, Mitglieder einer im 10. Jahrhundert auf der Balkanhalbinsel entstandenen Glaubensgemeinschaft. Das Zentrum lag in Bulgarien, von wo aus sie sich auf andere slawische Völker ausbreitete. Einflüsse des ostkirchlichen Dualismus mischten sich in der Glaubenslehre der Bogomilen mit evangelikalen Refombestrebungen in bezug auf die orthodoxe Kirche Bulgariens. Begründer der Doktrin war ein Priester namens Bogomil. Die Bogomilen praktizierten eine strenge Askese und lehnten die Verwendung von Bildern ebenso ab wie die Sakramente. Sie akzeptierten das gesamte Neue Testament, vom Alten Testament indes nur die Psalmen und Propheten, die sie allegorisch auslegten.
Als die Muslime im 15. Jahrhundert Bosnien eroberten, trat die bis dahin mehrheitlich bogomilische Bevölkerung zum Islam über. Die Bogomilen beeinflusssten vor ihrem Verbot u.a. die im 12. und 13. Jahrhundert in Frankreich und Italien ansässigen Albigenser und Katharer.
LINKS:
Eine ersten Überblick über Grundlagen und Geschichte gibt die Homepage Katharer.de
Eine informative private Homepage informiert über die Glaubensgrundsätze der Katharer und Albingenser, ihre Verfolgung und ihre Geschichte bis zu ihrer Vernichtung. 
Verfolgung und Kreuzzüge gegen ie Katharer
Tausende von interaktiven Photos aus Südfrankreich und hunderte von Seiten über die Katharer bietet in französischer Sprache die Homepage Voyage en Terre d'Oc, le catharisme
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