Luther als Mönch in Erfurt
(1505 - 1512)
Bei einem schweren Gewittersturm - so berichtet die Legende - habe ein Blitz in der unmittelbaren Nähe Luthers eingeschlagen und er mit dem Ausruf: "Heilige Anna! Ich will Mönch werden!" sich verpflichtet, inss Kloster zu gehen. Diesen Entschluss ändert er auch nicht, als Freunde und vor allem sein Vater den erfolgreichen, lebensfrohen Studenten und angehenden Juristen umzustimmen versuchten. Er geht 1505 in das Augustienerkloster in Erfurt, wo er 1506 sein Mönchsgelübde ablegt.
Das Mönchsleben wurde bestimmt durch Fasten, Beten und Arbeiten. 
Der Tag der Mönche begann um 3.00 Uhr mit dem ersten Stundengebet. Diese Zeit prägt Luther sehr, vor allem findet er hier den engen Bezug zur Bibel, der sein späteres Arbeiten und seine späteren Schriften kennzeichnen wird. 
1507 wird Luther in Erfurt zum Priester geweiht. In diesem Jahr beginnt er auch ein Theologiestudium in Erfurt. Er studiert Scholastik 1, kommt aber auch mit den Ideen der Humanisten in Berührung, vor allem mit deren Motto: 'Ad Fontes!' (Zurück zu den Quellen, gemeint waren vor allem die alten Sprachen).
Für ihn bedeutete dies vor allem das Studium der griechischen und hebräischen Originale der Bibel (Bibelhumanismus)

1. Scholastik: Mittelalterliche Philosophie (v.a. durch Thomas von Aquin begründet), die mit Hilfe der Methoden und Terminologie der klassischen griechischen Philosophie versucht, die "Wahrheiten" der Religion / Theologie zugleich als Vernunftwahrheiten nachzuweisen.
s. auch

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